
Für tausende Pendler beginnt mit den Sommerferien eine Zeit, die den Verkehr in Karlsruhe nachhaltig verändern wird: Rund um die Kriegsstraße, Brauerstraße, Reinhold-Frank-Straße und Gartenstraße erstreckt sich die Baustelle.
Hinter der Großbaustelle steckt deutlich mehr als eine einfache Straßensanierung. Die Stadt nutzt die Gelegenheit, um mehrere Projekte gleichzeitig umzusetzen. Erneuert werden Straßen, Kreuzungen und die Entwässerung, gleichzeitig modernisieren die Verkehrsbetriebe das Gleisdreieck an der Brauerstraße sowie Gleise und Oberleitungen.
Straßen aufreißen – Mega-Baustelle in Karlsruhe für 1,5 Jahre
Parallel tauschen die Stadtwerke Gas- und Wasserleitungen aus, erweitern das Fernwärmenetz und erneuern Hausanschlüsse. Der Vorteil: Statt in den kommenden Jahren immer wieder dieselben Straßen aufzureißen, werden sämtliche Arbeiten gebündelt erledigt. Für den Verkehr hat das allerdings spürbare Folgen. Die Reinhold-Frank-Straße ist während der Bauzeit nur noch stadteinwärts befahrbar. Wer von der Kaiserallee kommt, kann dort nicht mehr einfahren. Auf der Brauerstraße minimiert sich die Zahl der Fahrstreifen, teilweise steht je Richtung nur noch eine Spur zur Verfügung. Auch die Gartenstraße ist abschnittsweise gesperrt. Die Stadt rechnet deshalb mit deutlich mehr Verkehr auf den Ausweichstrecken und empfiehlt Autofahrern, möglichst die Südtangente zu nutzen.
Auch Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs müssen sich umstellen. Die Tramlinien 2 und 5 verkehren während der Bauarbeiten auf geänderten Strecken. Zusätzlich richten die Verkehrsbetriebe eine temporäre Linie 6 ein, damit die Südweststadt weiterhin an das Straßenbahnnetz angebunden bleibt. Auf einzelnen Abschnitten fahren außerdem Ersatzbusse. Wer regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, sollte vor jeder Fahrt die aktuelle Verbindung prüfen.
Umleitungen und höhere Wartezeiten: Geduldsprobe durch Mega-Baustelle
Nicht nur Autofahrer und Bahnfahrgäste sind betroffen. Entlang der Baustelle fallen Parkplätze weg, Grundstückszufahrten können zeitweise eingeschränkt sein und auch für Radfahrer ändern sich die Wege. Weil entlang der Baustellen keine sichere Radführung möglich ist, hat die Stadt ein eigenes Umleitungskonzept eingerichtet. Anwohner haben bereits vor Beginn der Arbeiten über die einzelnen Bauphasen Informationen erhalten.
Die Stadt räumt ein, dass die kommenden Monate für viele Menschen belastend werden. Gleichzeitig betont sie, dass eine gemeinsame Umsetzung aller Maßnahmen langfristig Zeit und Kosten sparen soll. Nach Abschluss der Bauarbeiten sind nicht nur Straßen und Gleise wie neu, sondern auch die unterirdische Infrastruktur. Bis dahin müssen sich die Karlsruher allerdings auf eine Großbaustelle einstellen, die den Alltag im Westen der Innenstadt noch lange prägen wird.
(Quellen: Tiefbauamt, Verkehrsbetriebe Karlsruhe, dpa)














