
Karlsruhe muss sparen und will 80 Spielplätze streichen. Allein 20 sollen es in diesem Jahr sein. Karlsruher Eltern protestieren massiv gegen diese Maßnahme und haben bereits eine Bürgerinitiative gegründet.
Wer wissen will, wen es genau trifft, muss auf die Details der Sparpläne blicken. Denn hinter den harten Zahlen stecken Einschnitte, die im Alltag vieler Familien spürbar werden.
Stadt steckt massiv in der Krise: 400 Sparmaßnahmen für 2026/2027 geplant
Die Stadt Karlsruhe steckt in einer massiven Krise und hat deshalb eine Sperre verhängt. Die Ausgaben werden für den Doppelhaushalt 2026/2027 massiv zusammengestrichen und die Bürger der Stadt deutlich mehr zur Kasse gebeten. Zunächst fand ein enormer Personalabbau in der eigenen Stadtverwaltung sowie Einsparungen bei städtischen Beteiligungen und im Klimaschutz statt. Zudem strich man im Bereich Kultur und Soziales die Kosten. Unter anderem reduzierten die Verantwortlichen die Zuschüsse für Schulen, soziale Projekte und die Gewaltprävention. Eine Verdopplung der Preise für Bewohnerparkausweise und höhere Parkgebühren sollen mehr Einnahmen in die klamme Kasse spülen. Doch offensichtlich reichen diese Maßnahmen nicht aus.
Karlsruhe streicht 80 Spielplätze: Eltern gehen auf die Barrikaden
In Karlsruhe gibt es insgesamt 568 Spielplätze, wovon aktuell 325 als öffentliche Kinderspielplätze direkt von der Stadt betrieben werden. Die restlichen Flächen verteilen sich auf private Areale, Kleingartenanlagen oder Schulhöfe. In den kommenden fünf Jahren will die Stadt 80 von ihnen entfernen. 20 sollen es noch in diesem Jahr werden. Betroffen sind Spielplätze, die einen hohen Reparatur- und Instandsetzungsaufwand bedeuten. Kaputte oder sich im schlechten Zustand befindliche Spielgeräte sollen verschrottet werden. Noch gut erhaltene wechseln den Standort. Die Flächen sollen den Bewohnern jedoch als einfach zu pflegende Grünflächen erhalten bleiben. Zudem soll es sich um Spielplätze handeln, die ohnehin kaum bis gar nicht mehr genutzt werden und erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen.
Nach diesen Kriterien trifft es die Spielplätze in Durlach mit dem Bolzplatz Geigersberg/Franz-Marc-Straße, Spielweg I und Spielweg III in der Lohn-Lissen-Siedlung. Weiter geht es in der Oststadt mit dem Spielplatz am Tullaplatz wegen Sicherheitsproblemen und Konflikten mit dem Radweg. In Grötzingen ist der Spielplatz Obermühlweg betroffen, der lediglich aus einem Wipptier besteht. Auch in Waldstadt wird der Spielplatz Insterburger Anlage aufgrund von Problemen der Sicherheit beim Fallschutz der Schaukel zurückgebaut. Den kleinen Spielplatz auf dem Lindenplatz in Mühlburg gibt es bald ebenfalls nicht mehr. Weitere Ortsteile sind Höhenwettersbach in Rotenbüschle, Grünwettersbach in der Böhmerwaldstraße und Stupferich in der Trollinger Straße. Die Stadt nennt als Alternative attraktivere Spielplätze in der unmittelbaren Umgebung. Trotzdem haben sich bereits erste Eltern zusammengeschlossen und eine Bürgerinitiative gegründet. Mit ihren Unterschriften wollen sie die Pläne der Stadt durchkreuzen.
(Quellen: Stadt Karlsruhe)














