
Das ist einfach nicht nachvollziehbar. Karlsruhe streicht nicht nur Verbindungen, sondern die Fahrgäste zahlen auch noch mehr. Damit dürfte der öffentliche Nahverkehr wohl deutlich an Attraktivität verlieren.
Diese Entwicklung ist für die Betroffenen kaum zu verstehen: Karlsruhe streicht einige Verbindungen – und trotzdem zahlen die Fahrgäste zukünftig mehr.
Wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens
Der öffentliche Nahverkehr ist ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens in Städten. Für viele Menschen ist er die wichtigste Möglichkeit, zur Arbeit, zur Schule, zur Universität oder zu Arztterminen zu gelangen. Besonders ältere Menschen, Jugendliche sowie Menschen ohne eigenes Auto sind auf ein zuverlässiges Angebot angewiesen. Ein gut ausgebautes Bahn- und Busnetz ermöglicht die gesellschaftliche Teilhabe und trägt dazu bei, dass Menschen mobil bleiben. Gleichzeitig leistet der öffentliche Nahverkehr einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem er den Individualverkehr reduziert und damit Staus, Lärm sowie Schadstoffausstöße verringert. Allerdings streicht Karlsruhe nun einige Verbindungen – und trotzdem zahlen die Fahrgäste künftig mehr.
Mehrere Straßenbahn- und Buslinien betroffen
Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe passen ihr Angebot im öffentlichen Nahverkehr ab Ende Juli für zunächst zwei Jahre an. Grundlage dafür ist ein Beschluss zur Haushaltskonsolidierung. Von den Änderungen betroffen sind mehrere Straßenbahn- und Buslinien. Vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden erfolgt eine Reduzierung der Fahrintervalle. Parallel dazu steigen ab Anfang August die Preise im Karlsruher Verkehrsverbund um rund fünf Prozent. Grund dafür sind gestiegene Kosten in Bereichen wie Personal, Material und Fahrzeugunterhaltung. So werden verschiedene Fahrkarten teurer, unter anderem die Einzelfahrkarte sowie die Tageskarte. Auch das Abonnement „Karte ab 65“ wird im Preis angehoben.
Die Kürzungen betreffen insbesondere die Straßenbahnlinien 1 bis 5 sowie die Linie S2. Der Zehn-Minuten-Takt beginnt an Werktagen später und wird am Abend früher auf einen längeren Takt umgestellt. An Sonntagen wird das Angebot ebenfalls eingeschränkt, während ab den späten Abendstunden generell ein 30-Minuten-Takt gilt. Auch zahlreiche Buslinien sind von den Änderungen betroffen. Insgesamt werden bei mehreren Verbindungen die Fahrpläne reduziert, teilweise fallen Fahrten am Wochenende weg. Einige Linien im Westen Karlsruhes werden weitgehend durch Anruflinientaxis ersetzt. Besonders betroffen sind die Stadtteile Neureut und Knielingen, wo Verbindungen gekürzt oder Streckenabschnitte nicht mehr regulär mit Bussen bedient werden.
(Quellen: KVV, VBK, Stadt Karlsruhe)














