Karlsruhe übertreibt mit Solar-Ausbau – „Ziele völlig übertroffen“

Luftaufnahme eines sehr großen Solarfeldes auf einem Acker. Am Rand des Feldes lässt sich ein Dorf erkennen. Es handelt sich dabei offenbar um eine Landschaft auf deutschem Boden. Im Hintergrund sind zudem Windräder zu sehen. In Baden-Württemberg geht ein Solarpark ans Netz.
Symbolbild © imago/Rupert Oberhäuser

Die Stadt Karlsruhe setzt beim Solar-Ausbau völlig neue Maßstäbe. Obwohl die Pläne bereits ambitioniert waren, übertrifft man jetzt seine eigenen Ziele – bei Weitem. Das hat Vorbildcharakter.

Grüne Energiegewinnung in der Stadt kann gelingen. Das macht Karlsruhe derzeit mit seinem Solar-Ausbau mehr als deutlich. Andere Kommunen könnten sich das als Beispiel nehmen.

Innovative Lösungen für maximale Solar-Power

Die Fächerstadt setzt ein starkes Zeichen mit einer Menge grüner Energie. Die neuen Zahlen zeigen: Man übertrifft sich regelrecht selbst. Denn für 2024 wollte man sich 750 zusätzliche kWp (Kilowatt-Peak) kreieren. Am Ende wurden es aber sogar 1050 kWp. Der konsequente Solar-Ausbau kommt vor allem Schulen und öffentlichen Gebäuden in Karlsruhe zugute. Somit hat man hier alleine im letzten Jahr zwölf neue Photovoltaikanlagen installiert – und das im großen Stil. Zum Beispiel hat das Wildparkstadtion jetzt ein Solardach, genauso wie die Friedrich-Ebert-Schule oder die Grundschule Bergwald. Doch auch in der Art der Anlagen beweist die Stadt Innovationsgeist. So erhielt das Badische Konservatorium eine Indach-Anlage, bei der die Module direkt in die Dachhaut integriert sind. Das sieht nicht nur besser aus, sondern spart obendrein Material.

Besonders interessant: Einige der neuen PV-Anlagen hat man mit Dachbegrünung kombiniert. Jede Pflanze ist ohnehin gut für die Umwelt, doch es kommt noch besser: Die Begrünung steigert zudem die Effizienz der Module. Denn Pflanzen auf dem Dach sorgen für Kühlung, was die Ausbeute der Module um bis zu fünf Prozent erhöht! Vor dem Hintergrund dieser Erfolge sollte es niemanden verwundern, dass Karlsruhe keine Pause beim Solar-Ausbau einlegen wird. Die Verwaltung der Stadt will den schnellen Ausbau weiter fortsetzen und sich jetzt auf große und teilweise auch auf denkmalgeschützte Schulgebäude konzentrieren. Da wäre zum Beispiel das Lessing-Gymnasium oder auch das Bismarckgymnasium.

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Grünes Doppel: Solar und Pflanzen im perfekten Team

Dass so etwas erfolgreich klappen kann, zeigt ein Projekt in Dersum (Niedersachsen). Dort wurde eine denkmalgeschützte Kirche mit Solarmodulen ausgestattet, ohne dass das historische Erscheinungsbild darunter leiden musste. Auch faszinierend: Baden-Württemberg bekommt einen neuen Solarpark, der so groß wie 60 Fußballfelder ist.

Die Stadt Karlsruhe plant also, auch in den kommenden Jahren den Solar-Ausbau energisch voranzutreiben. 1000 kWp (oder sogar mehr) Leistung durch Solar sollen hier alle zwölf Monate dazukommen. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Doch der bisherige Verlauf der Energiewende in der Fächerstadt gibt allen Grund zu Optimismus.