
Autofahrer in Karlsruhe brauchen derzeit starke Nerven – und das dürfte noch eine ganze Weile so bleiben. An einem der wichtigsten Verkehrsknoten der Stadt läuft ein Großprojekt, das erst im Spätjahr 2027 abgeschlossen sein soll. Weniger Fahrstreifen, Sperrungen und Umleitungen werden damit noch über Monate zum Alltag gehören.
Besonders betroffen ist der Knoten Kriegsstraße, Brauerstraße, Reinhold-Frank-Straße und Gartenstraße. Seit Ende Juli arbeiten dort Tiefbauamt, Verkehrsbetriebe Karlsruhe und Stadtwerke gleichzeitig an Straßen, Gleisen und Versorgungsleitungen. Die Stadt hat bewusst mehrere Projekte zusammengelegt, damit derselbe Bereich nicht innerhalb kurzer Zeit immer wieder aufgerissen werden muss.
Umfassende Bauarbeiten machen Karlsruhe zu einer Baustelle
Unter anderem werden Gas- und Wasserleitungen saniert, Fernwärmeleitungen ausgebaut, Gleise modernisiert, Straßenflächen erneuert und die Radverkehrsführung verändert. Nach Angaben der Stadt haben bestehende Versorgungsleitungen teilweise das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht. Das gesamte Großprojekt soll voraussichtlich bis ins Spätjahr 2027 dauern.
Für Autofahrer bedeutet das bereits jetzt erhebliche Einschränkungen. Seit dem 21. August läuft die dritte Bauphase. Die Zahl der verfügbaren Fahrstreifen musste man weiter reduzieren. Von der Reinhold-Frank-Straße ist die direkte Fahrt Richtung Süden derzeit nicht möglich. Die Stadt rechnet ausdrücklich mit Verzögerungen und empfiehlt Verkehrsteilnehmern, den Bereich weiträumig zu umfahren. Als Alternativen nennt das Tiefbauamt unter anderem Südtangente und Adenauerring. Auch Fußgänger und Radfahrer müssen sich auf veränderte Wege einstellen. Und selbst Parkplätze entlang der Baufelder fallen während verschiedener Bauphasen teilweise weg.
Baustellen und Schwerpunkte in der gesamten Stadt: Autofahrer müssen bis 2027 leiden
Die Großbaustelle ist dabei nur ein Teil eines außergewöhnlich umfangreichen Baujahres. Für 2026 stehen in Karlsruhe 627 Maßnahmen im Jahresbauprogramm, rund 400 davon haben nach Angaben der Stadt Auswirkungen auf den Verkehr. Neben dem Zentrum gibt es weitere größere Baustellenschwerpunkte im Westen rund um den Entenfang und in Durlach.
Die Stadt versucht, die einzelnen Maßnahmen so aufeinander abzustimmen, dass wichtige Verkehrsachsen nicht gleichzeitig blockiert werden. Für Autofahrer bleibt die Realität trotzdem unbequem: Ausgerechnet an einem zentralen Knoten müssen sie sich noch bis weit ins kommende Jahr auf wechselnde Verkehrsführungen, weniger Platz und Umwege einstellen. Erst nach Abschluss des Großprojekts im Herbst 2027 soll dort wieder dauerhaft Ruhe einkehren.
(Quellen: Stadt Karlsruhe, Tiefbauamt Karlsruhe, VBK)














