Karlsruher Mädchenschule bricht erstmals mit Tradition

Das Foto eines Klassenzimmers. Mehrere Kindern sitzen mit dem Rücken zu Kamera auf ihren Schulstühlen. Davor stehen Tische und ganz vorne kann man eine Tafel erkennen. Ein Lehrer führt den Unterricht.
Symbolbild © istockphoto/Drazen Zigic

Mädchenschulen entstanden aus einer Zeit, in der Mädchen deutlich weniger Zugang zu höherer Bildung hatten als Jungen. Sie sollten ihnen bessere Bildungschancen eröffnen. Heute bilden reine Mädchenschulen nur noch eine kleine Minderheit im deutschen Schulwesen.

Mädchenschulen in Deutschland werden seltener

Schon im 18. Jahrhundert gab es Schulen, die Mädchen eine höhere Bildung ermöglichten. Allerdings konnten die Schülerinnen damit zunächst meist nicht den Weg zur Universität einschlagen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich das. Heute sind reine Mädchenschulen in Deutschland eher selten. Eine genaue Zahl gibt es allerdings nicht, weil die amtliche Schulstatistik nicht zwischen reinen Mädchen- und Jungenschulen unterscheidet. Nach Berichten besuchten 2024 Schülerinnen rund 130 solcher Schulen. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es mehr als 36.000 Schulen, an denen Mädchen und Jungen gemeinsam lernen. Die meisten Mädchenschulen liegen im Süden Deutschlands.

Mädchenschule bricht erstmals mit Tradition

Für eine Mädchenschule entscheiden sich Familien aus unterschiedlichen Gründen. Nicht nur die Trennung von Jungen und Mädchen spielt dabei eine Rolle. Auch das pädagogische Konzept, die Atmosphäre an der Schule und der Kontakt zwischen Lehrkräften und Eltern können die Entscheidung beeinflussen. Einige Eltern und Schülerinnen verbinden mit getrenntem Unterricht außerdem die Hoffnung, dass Mädchen selbstbewusster auftreten und sich stärker auf bestimmte Fächer konzentrieren. Untersuchungen zeigen zum Beispiel, dass Schülerinnen in getrennten Lerngruppen teilweise bessere Leistungen in Physik erzielten und mehr Interesse an dem Fach entwickelten.
In Karlsruhe verändert sich nun eine Schule, die fast ein Jahrhundert lang Mädchen vorbehalten blieb. Das St.-Dominikus-Gymnasium nahm 1928 zunächst als private Mädchenrealschule den Unterricht auf. Dominikanerinnen aus dem Kloster Zoffingen gründeten die Schule und unterrichteten dort zunächst 34 Schülerinnen. Nach einer erzwungenen Schließung durch die Nationalsozialisten nahm sie 1955 den Betrieb wieder auf. Zum Schuljahr 2026/27 öffnet sich das Gymnasium für alle Geschlechter.

(Quellen: SWR, St.-Dominikus-Gymnasium, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)

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