
Das Karlsruher Rheinstrandbad ist gerettet: Der Gemeinderat stoppte die geplante Schließung. Ein Förderverein hat nun Zeit, ein innovatives Zukunftskonzept für das beliebte Freibad zu erarbeiten.
Die Bürgerproteste waren erfolgreich – das Karlsruher Rheinstrandbad bleibt geöffnet und ist damit gerettet. Für die kommenden beiden Jahre stellt die Stadt jeweils 500.000 Euro bereit.
Über 13.000 Stimmen: Die Macht der Bürger
Die Diskussionen sind vorbei, die Erleichterung ist groß: Das Rheinstrandbad Rappenwört muss nicht schließen. Der Karlsruher Gemeinderat hat mit großer Mehrheit einen interfraktionellen Antrag beschlossen, der den Weiterbetrieb zunächst sichert. Statt der von der Verwaltung vorgeschlagenen zweijährigen Schließung stellt die Stadt indessen in den Jahren 2026 und 2027 jeweils eine halbe Million Euro für den Badebetrieb bereit. Eine entscheidende Bedingung ist mit der Finanzspritze verbunden: Die Mittel für 2027 sind mit einem Sperrvermerk versehen. Sie werden nur freigegeben, wenn die Bäderbetriebe gemeinsam mit dem neu gegründeten Förderverein Rheinstrandbad bis zum Sommer 2026 ein tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen und dem Gemeinderat präsentieren.
Die Entscheidung hat der Rat mit dem großen bürgerschaftlichen Engagement für das Bad begründet. Somit war die Angst in der Bevölkerung, dass eine Schließung endgültig sein könnte, ein zentrales Argument. Auch der anstehende 100. Geburtstag des Bades 2029 und die „World Games“ im selben Jahr sprachen für den Erhalt. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup stand mit seinem ablehnenden Votum übrigens allein da. Der Förderverein, der aus einer erfolgreichen Petition mit über 13.000 Unterschriften hervorging und mittlerweile rund 70 Mitglieder zählt, zeigte sich erleichtert. Es wurden bereits konkrete Gespräche mit den Bäderbetrieben angekündigt. Ein erster Konzeptentwurf des Vereins sieht Events, Sponsorenakquise und ehrenamtliche Unterstützung vor. Langfristig ist sogar ein Betrieb durch eine gemeinnützige GmbH denkbar.
Aus Protest wird Verantwortung: Der Förderverein muss nun liefern
Während das Karlsruher Rheinstrandbad gerettet scheint, wurden andere Sparbeschlüsse kaum diskutiert: Die Eintrittspreise in den städtischen Hallen- und Freibädern sowie in der Therme Vierordtbad steigen zum Saisonstart deutlich an. Zudem bewilligte der Gemeinderat höhere Zuschüsse für das Oberwaldbad und das ehrenamtlich geführte „Wölfle“ in Wolfartsweier.
Die Zukunft des landschaftlich einzigartigen Rheinstrandbads mit seinem großen Wellenbecken und den weitläufigen Liegewiesen ist somit für zwei weitere Sommer gesichert. Nun liegt es an der Dynamik des bürgerschaftlichen Engagements und einer erfolgreichen Zusammenarbeit, um das „Rappele“ dauerhaft zu erhalten.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Stadt Karlsruhe)














