Karlsruher Stadtteil will eigenen Supermarkt – Bürger sollen zahlen

Eine ältere Dame steht an einer SB-Kasse. Ein Mann hilft ihr dabei, die Kasse zu bedienen und die Einkäufe korrekt zu scannen. Neben der Kasse liegen verschiedene Kaugummis, die Kunden kaufen können.
Symbolbild © istockphoto/SolStock

Ein eigener Supermarkt für den Karlsruher Stadtteil Wolfartsweier – und die Bürger sollen dabei selbst zu Eigentümern werden. Mit einem ungewöhnlichen Modell will eine Initiative die Versorgung im Stadtteil langfristig sichern. Das Projekt braucht genügend Menschen, die sich beteiligen.

Hinter der Idee steckt ein genossenschaftliches Konzept. Statt auf einen großen Handelskonzern zu warten, sollen die Einwohner den geplanten Markt gemeinsam tragen. Dafür braucht das Projekt rund 1.200 Unterstützer beziehungsweise Mitglieder.

1.200 Menschen sollen beim Supermarkt mitmachen

Die Initiative will damit ein Problem lösen, das nicht nur Wolfartsweier kennt. Verschwindet der letzte größere Lebensmittelmarkt aus einem Stadtteil, werden gerade ältere Menschen und Einwohner ohne Auto schnell abgehängt. Ein eigener genossenschaftlicher Markt soll Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs wieder direkt vor Ort anbieten. Die Kunden wären gleichzeitig Miteigentümer. Mit ihrer Beteiligung stellen sie einen Teil des notwendigen Kapitals zur Verfügung und sichern damit die Grundlage für den Betrieb. Die Organisatoren müssen deshalb zunächst genügend Interessenten gewinnen.

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Bis Ende Oktober soll sich zeigen, ob die notwendige Unterstützung zusammenkommt. Die Zahl von rund 1.200 Beteiligten gilt dabei als wichtige Voraussetzung dafür, dass das Vorhaben wirtschaftlich funktionieren kann. Für Wolfartsweier geht es damit um mehr als einen weiteren Laden. Ein Lebensmittelmarkt könnte vor allem die Versorgung im Stadtteil verbessern und gleichzeitig wieder einen zentralen Treffpunkt schaffen.

Bürger entscheiden über die Zukunft des Projekts

Genossenschaftliche Supermärkte gibt es bereits an anderen Orten in Deutschland. Das Prinzip unterscheidet sich deutlich von klassischen Filialen großer Handelsketten: Viele Bürger beteiligen sich finanziell, Entscheidungen werden gemeinschaftlich getroffen und erwirtschaftete Gewinne bleiben innerhalb der Genossenschaft.

Ob dieses Modell auch in Wolfartsweier funktioniert, hängt nun maßgeblich von der Beteiligung der Einwohner ab. Die Initiative muss innerhalb kurzer Zeit genügend Menschen überzeugen. Damit liegt die Zukunft des geplanten Supermarktes zumindest teilweise in den Händen der Menschen im Stadtteil. Finden sich ausreichend Unterstützer, könnte Wolfartsweier seine Nahversorgung künftig selbst organisieren.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, dpa)