Kik-Filialen verschwinden: So steht es um die Karlsruher Standorte

Vor dem Eingang einer Kik-Filiale stehen viele Ständer mit unterschiedlicher Kleidung unter Schirmen des Discounters. Rechts davon befinden sich weitere Artikel in schiebbaren Regalwaren. Kunden stehen an den einzelnen Artikeln und schauen sich diese an.
Symbolbild © imago/Rust

Der Discounter für billige Textilien strafft sein Netz, weshalb nun im ganzen Land Kik-Filialen verschwinden. Das Unternehmen ruft zwar zu Gelassenheit auf – doch die Mitarbeiter dürften das entschieden anders sehen.

Während bereits feststeht, dass in Deutschland 25 Kik-Filialen verschwinden, gelten nicht weniger als 170 weitere deutsche Standorte als Sorgenkinder. Da ist es kein Wunder, dass bei den Beschäftigten wohl die Angst umgeht.

Schließungen bereits im ersten Quartal und 400 weitere Standorte in der kritischen Zone

Es sind sorgenvolle Nachrichten für den Textil-Discounter KiK: Das Unternehmen mit Sitz in Bönen strafft sein Filialnetz und schließt weltweit rund 50 Geschäfte – die Hälfte davon in Deutschland. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf stagnierende Umsätze und ein immer härter umkämpftes Marktumfeld. Ob auch Standorte in Karlsruhe und der Region betroffen sind, ist jedoch bislang unklar.

Die ersten 25 Filialen in Deutschland sollen noch im ersten Quartal 2026 dichtmachen. Eine offizielle Liste, welche Märkte genau betroffen sind, gibt es allerdings nicht. Auf Nachfrage heißt es von einer Unternehmenssprecherin lediglich, man könne auf einzelne Standorte aktuell nicht eingehen. Damit bleibt vorerst offen, ob etwa die Filiale in der Karlsruher Kaiserstraße oder die Märkte in Neureut, Ettlingen oder Stutensee von der Schließungswelle erfasst werden. Die nun angekündigten Schließungen könnten erst der Anfang sein. Europaweit sollen derzeit sogar bis zu 400 weitere Märkte unter Beobachtung stehen. Allein in Deutschland gelten rund 170 Filialen als Sorgenkinder – sie schreiben Verluste oder bewegen sich gefährlich nah an der roten Linie.

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Um die Kosten weiter zu senken, denkt das Management offenbar auch über kürzere Öffnungszeiten nach. Dadurch ließen sich Personalkosten sparen. Betroffen wären neben deutschen Filialen möglicherweise auch Standorte in Spanien und Portugal.

Doch die Mitarbeiter müssen sich laut Unternehmen keine Sorgen machen. Dank des dichten Filialnetzes gebe es meist Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung, weshalb man sich in den Karlsruher Märkten derzeit gelassen gibt.

Gegründet 1994 in Düsseldorf, steht KiK für „Kunde ist König“. Heute zählt der Discounter europaweit 32.000 Beschäftigte und 4.200 Filialen. Doch die Umsätze stagnieren. Für das vergangene Jahr erwartet Mutterkonzern Tengelmann nur ein Mini-Plus auf 2,43 Milliarden Euro. Ob die Sparkur reicht, ist offen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)