Klimaprotest Karlsruhe: Fridays for Future geht wieder auf Straße

Tausende Demonstranten in Karlsruhe von Fridays for Future. Die Menschenmenge hält Plakate hoch und trägt Sicherheitsjacken. Die Klimaaktivisten fordern härtere Maßnahmen für den Umweltschutz und höhere Strafen für Bürger bei Missachtung.
Symbolbild © imago/Manngold

Protestieren, Mahnen, Hoffen: Fridays for Future geht wieder auf die Straße. Vor der Landtagswahl machen die Aktivisten in Karlsruhe Druck – und kämpfen gegen eine wachsende Gleichgültigkeit.

Das Klima wartet nicht, bis sich die Politik dafür interessiert. Das wissen auch die Aktivisten von Fridays for Future, weshalb sie sich jetzt wieder laut auf der Straße zeigen.

Totgeschwiegen: Jeder redet über alles – nur nicht übers Klima

Die Boxen wummern, auf zwei Europaletten steht eine kleine Bühne, davor ein paar Hundert Menschen. Es ist Freitagnachmittag am Karlsruher Friedrichsplatz, die Sonne scheint – und Fridays for Future ruft auf zum Klimastreik. Doch die Zeiten, in denen die Bewegung Hunderttausende mobilisierte, sind vorbei. In der Begrüßung schwingt genau dieses Gefühl mit: die Erleichterung, dass überhaupt noch jemand gekommen ist. Denn aufgegeben – so fühlt es sich für viele an. Von Politikern, die das Thema Klimaschutz plötzlich totschweigen. Von einer Bundesregierung, die mit der Atomkraft liebäugelt. Und schließlich auch von einer Landtagswahl, bei der das Klima in den Wahlprogrammen nur noch eine Nebenrolle spielt.

Es ist nur einige Jahre her, da war es noch da: das Bewusstsein. Hunderttausende auf den Straßen, Klima als Top-Thema im Bundestagswahlkampf. Heute scheinen viele das Thema lieber ausblenden zu wollen. Dabei ist es wichtiger denn je. Ein Redner des Klimabündnisses Karlsruhe beschreibt die Lage so: Man wisse genau, dass man in der Defensive sei. Resigniert und kämpferisch zugleich. Doch er sei froh über jeden Einzelnen, der gekommen sei. Denn ohne die Aktivisten auf der Straße werde es auch für die stillen Bemühungen in der Kommunalpolitik schwer.

Lesen Sie auch
Gefasst: Mann bei Einreise am Flughafen Karlsruhe festgenommen

Als Klima noch ein Top-Thema war: Was von der großen Welle übrig bleibt

Die Redner sparen nicht mit Kritik: an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), an der Verkehrswende, die nicht vorankommt, an einem Begriff wie „technologieoffen“, der oft nur eine Ausrede sei für „Weiter so“. Doch die Klimakrise finde schließlich jetzt statt, nicht erst in zwanzig Jahren.

Am Ende zählte die Polizei rund 200 Teilnehmer – friedlich, ohne Zwischenfälle. Weniger als früher, aber immerhin. Denn das ist vielleicht die Botschaft des Tages: Die Bewegung ist geschrumpft, aber nicht verschwunden. Und sie wird weiter auf die Straße gehen. So lange, bis die Politik das Thema nicht mehr totschweigen kann.

(Quellen: Fridays for Future Karlsruhe, Stadt Karlsruhe, dpa)