
Influencer filmen sich auf den Rängen, produzieren Videos für ihre Follower und nutzen die Stimmung im Stadion für ihre eigene Reichweite. Teilen der KSC-Fanszene reicht es jetzt. Die Supporters Karlsruhe richten eine ungewöhnlich deutliche Ansage an Influencer und Stadion-Vlogger.
Der drastische Vorstoß sorgt für ein enormes Echo weit über die Grenzen der Fankurve hinaus. In der Diskussion prallen die traditionellen Werte der organisierten Tribüne und die moderne Social-Media-Welt unvereinbar aufeinander.
KSC‑Fanszene will Influencer aus dem Wildpark vertreiben
Der Dachverband der KSC-Fanszene wirft Influencern vor, die gewachsene Fankultur für die eigene Selbstdarstellung und kommerzielle Interessen zu nutzen. In einem Statement vom 9. September finden die Supporters dafür deutliche Worte. Fankultur sei kein Lifestyle-Produkt und dürfe nicht als Kulisse für die eigene Inszenierung dienen. Besonders kritisch sieht der Fandachverband, wenn Influencer und Vlogger die Atmosphäre im Stadion nutzen, um ihre Reichweite zu erhöhen oder mit Werbung und Sponsorendeals Geld zu verdienen. Die eigentliche Arbeit hinter der Stimmung im Wildpark leisten aus Sicht der Supporters dagegen die aktiven Fans.
Die Kritik richtet sich deshalb nicht grundsätzlich gegen Menschen, die Bilder oder Erinnerungen aus dem Stadion teilen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr sogenannte Fanszene-Influencer und Stadion-Vlogger, die nach Ansicht der Supporters die Arbeit der aktiven Fans für das eigene Image verwenden. Der Dachverband spricht davon, dass sich diese Personen Authentizität verschaffen würden, ohne selbst Teil der entsprechenden Fankultur zu sein. Besonders der kommerzielle Aspekt stößt den Fans sauer auf. Klickzahlen, steigende Reichweiten sowie Einnahmen durch Werbung und Sponsoren hätten mit der traditionellen Fankultur aus ihrer Sicht nichts zu tun.
Fans des Karlsruher SC – Image soll besser werden
Fanszene-Influencer und Stadion-Vlogger seien weder im Netz noch im Wildpark erwünscht. Ein offizielles Stadionverbot bedeutet diese Forderung allerdings nicht. Der Karlsruher SC selbst hat kein generelles Verbot für Influencer ausgesprochen. Die Supporters machen mit ihrer Erklärung vielmehr deutlich, welche Regeln und Werte sie innerhalb der aktiven Fanszene vertreten. Der Fandachverband besitzt beim KSC Gewicht: Bei Auswärtsspielen gehen laut Verein 40 Prozent des verfügbaren Kartenkontingents an die Supporters Karlsruhe. Die aktuelle Erklärung dürfte deshalb auch über Karlsruhe hinaus für Diskussionen sorgen. Denn der Konflikt zwischen traditioneller Fankultur und der zunehmenden Inszenierung von Stadionbesuchen in sozialen Netzwerken betrifft längst nicht nur den Wildpark.
(Quellen: Supporters Karlsruhe)














