Kuriose Verwandlung in Karlsruhe – Hallenbad wird plötzlich zur Bühne

Eine Schwimmbahn in einem großen Schwimmbecken gefüllt mit Wasser
Symbolbild © istockphoto/Evgenii Mitroshin

Ein Hallenbad in Karlsruhe wird plötzlich zur Bühne. Und schon ist nichts mehr so, wie man es beim Besuch des Schwimmbads eigentlich gewohnt ist. Dies hat einen ganz besonderen – und sehr schönen – Hintergrund.

Eigentlich sieht das Schwimmbad wie viele andere in Deutschland aus und empfängt jedes Jahr viele Gäste. Doch das Hallenbad in Karlsruhe gestaltet sich plötzlch zur Bühne um und sorgt für ein buntes Unterhaltungsprogramm.

Karlsruher Hallenbad: Einmal ganz anders als gewohnt

Das Weiherhofbad im Karlsruher Stadtteil Durlach ist ein traditionsreiches, funktionales Hallenbad, das im Jahr 1975 erbaut wurde. Die Menschen lieben es besonders für sein gemütliches, familiäres Ambiente. Neben dem klassischen Badebetrieb verfügt es über einen idyllischen Saunabereich mit einem Ruhehaus im Saunagarten.

Aufgrund des Alters und des enormen Sanierungsbedarfs hat ein Gutachten ergeben, dass eine Kernsanierung des alten Hallenbades wirtschaftlich unrentabel ist. Die Stadt Karlsruhe plant stattdessen mittelfristig den Neubau eines Kombibades in Durlach. Dank bestehenden Denkmalschutzes für die verbaute Altanlage kann das Weiherhofbad jedoch bis zur geplanten Fertigstellung des neuen Kombibades im regulären Betrieb weiterlaufen. Das hielt jedoch bestimmte Künstler nicht davon ab, das alte Hallenbad in Karlsruhe kurzerhand in eine Bühe zu verwandeln.

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Hallenbad in Karlsruhe wird zur Bühne: Das erwartet die Gäste

Das Tanztheater-Stück „La vita nuova“ (zu deutsch: „Das neue Leben“) des 25-jährigen Karlsruher Regisseurs und Choreografen Ben Rentz nutzte die Sommer-Schließzeit des Bades, um ein völlig neuartiges, immersives Kunsterlebnis im Wasser zu kreieren. Die Inszenierung brach radikal mit klassischen Sehgewohnheiten und machte das Weiherhofbad Durlach für drei Abende, vom 9. bis 11. September, zu einem surrealen Ort. Es gab keine klassische Trennung zwischen Zuschauern und Bühne. Das Publikum durfte und sollte sich während der gut einstündigen Performance völlig frei im Hallenbad bewegen.

Tänzer bespielten die Becken und Ränder. Plötzlich stand ein echter Baum im Nichtschwimmerbecken, Nebel stieg auf, und eine brennende Feuerschale schwamm über das Wasser. In Anlehnung an den Surrealismus der 1920er-Jahre rückte die Choreografie den Körper als frei bestimmbaren Ort fernab gesellschaftlicher Normen und Rollenbilder ins Zentrum. Die Klänge erzeugten die Künstler live im Raum. Unter anderem die Karlsruher Perkussionskünstlerin Leonie Klein und der Musiker Gérard Buquet, der eine weltweit einzigartige Doppelposaune spielte.

(Quellen: SWR, Stadt Karlsruhe)