Lärm-Ärger in Karlsruhe: Immer mehr Bürger fordern neue Blitzer

Ein rundes Verkehrsschild mit einer roten Umrandung und der Zahl 30 in der Mitte, was auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h hinweist. Darunter befindet sich ein Schild mit der Aufschrift Radar-kontrolle.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Motorenlärm, zu schnelle Autos und kaum Ruhe in Sicht: In Karlsruhe wächst der Unmut deutlich. Immer mehr Bürger fordern neue Blitzer und strengere Kontrollen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Aufheulen von Motoren, rasende Autos und kaum Schlaf: In Karlsruhe wächst der Ärger. Jetzt geraten neue Blitzer ins Spiel.

Lärm-Alarm in Durlach: Bürger wollen härtere Kontrollen

Wenn Motoren aufheulen und Reifen quietschen, ist an Erholung und Schlaf kaum noch zu denken. Genau darüber klagen immer mehr Anwohner in der Grötzinger Straße im Karlsruher Stadtteil Durlach. Die Autos sollen dort deutlich zu schnell unterwegs sein – begleitet von ohrenbetäubendem Lärm. Der Frust wächst – und mit ihm die Forderung nach schärferen Maßnahmen. Im Fokus: neue Blitzer und häufigere Kontrollen. Die Stadt Karlsruhe reagiert inzwischen auf die Beschwerden. Es sollen zunächst Verkehrszählungen durchgeführt werden. Dabei will die Verwaltung prüfen, wie hoch die tatsächliche Belastung durch Fahrzeuge und Geschwindigkeit ist. Auch mögliche Kontrollen stehen im Raum.

Dass Straßenlärm nicht nur nervt, sondern auch krank machen kann, zeigt eine aktuelle Studie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass schon eine einzige Nacht mit Verkehrslärm messbare Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben kann. Demnach erhöht Straßenverkehr bereits bei vergleichsweise geringer Belastung die Herzfrequenz. Zudem wurden Veränderungen bei Proteinen festgestellt, die mit Stress- und Immunreaktionen zusammenhängen. Auch die Gefäßfunktion und die Schlafqualität litten unter dem Lärm. Die Wissenschaftler sprechen deshalb von einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko.

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Karlsruhe kassiert Millionen Euro mit Blitzern

Karlsruhe gilt schon jetzt als deutsche Hochburg der Geschwindigkeitskontrollen. Mit rund drei stationären Blitzern pro 10.000 Pkw liegt die Stadt bundesweit an der Spitze. Pro Fahrzeug nimmt Karlsruhe durchschnittlich knapp 92 Euro an Bußgeldern ein. Insgesamt fließen jährlich rund 13 Millionen Euro in die Stadtkasse.

Kritiker werfen der Stadt deshalb immer wieder vor, vor allem an den Einnahmen interessiert zu sein. Doch Experten betonen: Der eigentliche Zweck von Blitzern bleibt die Verkehrssicherheit. Überhöhte Geschwindigkeit gehört laut Statistischem Bundesamt zu den häufigsten Ursachen schwerer Unfälle. Jeder dritte Verkehrstote steht demnach zumindest teilweise im Zusammenhang mit zu schnellem Fahren.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Anwohner, Gemeinderat, Verkehrszählung)