Lebensmittel-Berg mitten in Karlsruhe – drei Tonnen Essen gerettet

Mitten auf dem Karlsruher Marktplatz türmten sich plötzlich gewaltige Mengen an Obst, Gemüse, Brot und anderen Lebensmitteln. Mehr als drei Tonnen kamen zusammen. Das Erschreckende daran: Ohne ehrenamtliche Helfer wäre ein großer Teil davon möglicherweise im Müll gelandet.

Die ungewöhnliche Aktion fand am Samstag, 26. September, zum Tag der Lebensmittelrettung statt. Foodsharing aus Karlsruhe, Ettlingen und Bruchsal hatte die geretteten Waren vor dem Rathaus zu einer großen Lebensmittel-Pyramide aufgeschichtet. Damit wollten die Helfer sichtbar machen, welche Mengen an noch genießbaren Produkten täglich aussortiert werden.

Drei Tonnen Lebensmittel landen nicht im Müll

Hinter der Aktion steckt ein großes Netzwerk. Mehr als 800 ehrenamtliche Foodsaver sind nach Angaben des SWR zwischen Bruchsal, Karlsruhe und Ettlingen aktiv. Rund 200 Kisten mit Lebensmitteln kann man dort jeden Tag retten. Die Helfer holen überschüssige Waren unter anderem bei Supermärkten, Restaurants und anderen Betrieben ab. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Manchmal lässt sich frische Ware nicht mehr rechtzeitig verkaufen, eine Lieferung war falsch oder nach einer Veranstaltung bleiben große Mengen Essen übrig. In Karlsruhe arbeitet Foodsharing regelmäßig mit rund 200 Betrieben zusammen.

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Was gerettet wird, ist dabei keineswegs automatisch verdorben. Auf dem Marktplatz lagen unter anderem Bananen, Erdbeeren sowie Brot und Brötchen. Nach der Aktion wurden die Lebensmittel kostenlos an Interessierte verteilt. Eine Bedürftigkeitsprüfung gab es nicht. Es ging auch darum, ein deutliches Zeichen zu setzen.

Foodsharing fordert strengere Regeln für Lebensmittel

Gleichzeitig nutzten die Lebensmittelretter die Aktion, um politischen Druck aufzubauen. Sie fordern verbindliche Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung und einen Wegwerfstopp für noch genießbare Lebensmittel im Handel. Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum soll nach Ansicht der Initiative reformiert werden.

In Karlsruhe gibt es außerdem öffentlich zugängliche sogenannte Fairteiler. Dort können gerettete Lebensmittel kostenlos abgegeben und mitgenommen werden. Die Dimension der Rettungsaktionen ist enorm: Foodsharing Karlsruhe weist für die vergangenen 30 Tage allein für den Stadtbezirk knapp 60 Tonnen gerettete Lebensmittel aus.

(Quellen: foodsharing Karlsruhe, Stadt Karlsruhe)