Letzte Disco macht dicht: Stadt bei Karlsruhe geht jetzt leer aus

Ein Traditionsgeschäft wird dauerhaft geschlossen.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Für viele junge Menschen in Calw endet eine Ära. Mit der Schließung des „Saal 51“ verliert die Stadt ihren letzten verbliebenen Nachtclub. Das letzte Partywochenende ist inzwischen Geschichte, die Türen bleiben geschlossen.

Die Nachricht sorgt nicht nur bei Stammgästen für Enttäuschung. Viele sehen in der Schließung ein weiteres Zeichen dafür, wie stark sich das Nachtleben in kleineren Städten verändert. Während früher nahezu jede Mittelstadt über mehrere Diskotheken oder Clubs verfügte, verschwinden solche Angebote zunehmend aus dem Stadtbild.

Bürger und Gäste traurig: Letzte Disco macht dicht bei Karlsruhe

Für zahlreiche Besucher war der „Saal 51“ weit mehr als nur eine Disco. Hier trafen sich Freunde, hier entstanden Bekanntschaften, und hier verbrachten viele Menschen einen großen Teil ihrer Jugend. Entsprechend emotional fallen die Reaktionen auf die Schließung aus. In sozialen Netzwerken äußern viele ihr Bedauern über das Ende des Clubs und fragen sich, wo künftig noch gefeiert werden kann. Wer künftig feiern gehen möchte, muss dafür die Stadt verlassen und teilweise mehr als 20 Kilometer bis zum nächsten Club zurücklegen.

Die Probleme beschränken sich allerdings nicht auf Calw. Bundesweit kämpfen Clubs und Diskotheken seit Jahren mit wirtschaftlichen Herausforderungen. Steigende Energiepreise, höhere Personalkosten, strengere Auflagen und ein verändertes Freizeitverhalten setzen vielen Betrieben zu. Hinzu kommt, dass sich das Ausgehverhalten vieler junger Menschen verändert hat. Statt regelmäßiger Clubbesuche gewinnen Festivals, Konzerte, private Veranstaltungen oder Events in Großstädten an Bedeutung.

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Die Stadt verliert den letzten Club und einen wichtigen Treffpunkt

Gerade kleinere Städte spüren diese Entwicklung besonders stark. Sinkende Besucherzahlen machen es für Betreiber zunehmend schwieriger, wirtschaftlich zu arbeiten. Gleichzeitig steigen die laufenden Kosten weiter an. Viele Clubs geben deshalb auf oder finden keine Nachfolger. Mit dem Ende des „Saal 51“ verliert Calw nicht nur einen Veranstaltungsort, sondern auch einen wichtigen Treffpunkt für das Nachtleben der Region. Für junge Erwachsene bedeutet das längere Wege, höhere Kosten und weniger spontane Möglichkeiten, am Wochenende auszugehen.

Die Schließung wirft deshalb auch eine größere Frage auf: Was passiert mit Städten, in denen es für junge Menschen immer weniger Freizeitangebote gibt? Während manche Kommunen versuchen, Kultur- und Veranstaltungsangebote auszubauen, verschwindet an anderer Stelle ein Stück Nachtleben nach dem anderen.

(Quellen: Betreiber Saal 51, Stadt Calw, Veranstalterangaben, dpa)