Mann zwischen Straßenbahn und Gleisen lebensgefährlich verletzt

Rettungskräfte in orangen Westen an der S-Bahn. Sie legen eine Isolierfolie oder eine Decke auf eine Trage und bereiten die Erstversorgung von Unfallopfern vor.
Symbolbild © istockphoto/Grand Warszawski

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit endet in Karlsruhe dramatisch. Ein 52-Jähriger gerät zwischen Straßenbahn und Gleise und wird lebensgefährlich verletzt. Einsatzkräfte müssen die Bahn anheben, um ihn aus seiner Lage zu befreien.

Ein kurzer Versuch, eine Straßenbahn noch zu erreichen, endet in Karlsruhe mit einem schweren Unfall. Ein 52-jähriger Mann wird dabei zwischen Fahrzeug und Gleisbett eingeklemmt.

Komplizierter Einsatz an der Haltestelle Augartenstraße

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zu Sonntag an der Haltestelle Augartenstraße. Nach Angaben der Polizei versuchte der 52-Jährige noch, eine abfahrende Straßenbahn zu erreichen. Dabei geriet er in einen engen Bereich zwischen der Bahn und dem Gleisbett und wurde eingeklemmt. Der Mann konnte sich nicht mehr selbstständig befreien. Für Feuerwehr und Rettungsdienst stellte sich eine komplexe Lage dar, da der Verletzte im Gleisbereich feststeckte.

Um den Mann zu befreien, wurde die Straßenbahn angehoben. Erst dadurch konnte er aus seiner Lage befreit werden. Anschließend wurde er medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben einer Polizeisprecherin erlitt er lebensgefährliche Verletzungen. Der Straßenbahnfahrer wurde nach dem Vorfall betreut. Fahrgäste befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in der Bahn. Während des Einsatzes wurden der Gleisbereich sowie angrenzende Straßenabschnitte zeitweise gesperrt.

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Wenn Sekunden über Sicherheit entscheiden

Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Risiken im Nahverkehr – auch wenn solche Ereignisse vergleichsweise selten sind. In Baden-Württemberg sind Straßenbahnen im Schnitt zwar über 400 Mal pro Jahr in größere Unfälle verwickelt. Etwa die Hälfte dieser Vorfälle endet laut Innenministerium mit Verletzten, Todesfälle bleiben jedoch die Ausnahme. Gleichzeitig betonen Verkehrsexperten immer wieder die hohe Sicherheit des Systems. Der Anteil von Straßenbahnunfällen an allen Verkehrsunfällen im Land lag 2024 bei lediglich rund 0,15 Prozent. Anders gesagt: Straßenbahnen gelten statistisch als eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt.

Studien des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen bestätigen das. Das tödliche Unfallrisiko in Bus und Bahn ist demnach rund 25-mal niedriger als im motorisierten Individualverkehr. Trotz dieser Zahlen bleibt der aktuelle Fall aus Karlsruhe ein eindringlicher Moment – einer, in dem ein alltäglicher Augenblick innerhalb von Sekunden in eine lebensgefährliche Situation umschlug.

(Quelle: dpa)