
Karlsruhe schlägt jetzt Alarm: Die anhaltende Trockenheit hat spürbare Auswirkungen auf die gesamte Region. Die Wasserstände sinken bedenklich – und das schon ungewöhnlich früh im Jahr.
Die Stadt und Fachbehörden beobachten die Lage genau und bereiten vorsorglich die ersten Maßnahmen vor. Aufgrund der prekären Situation schlägt Karlsruhe Alarm.
Rhein sinkt, Risiko steigt – und Karlsruhe warnt so früh wie noch nie
Der Rhein führt deutlich weniger Wasser als üblich. Am 3. Juli lag der mittlere Tageswert bei 410 Zentimetern – fast über einen Meter unter dem langjährigen Mittelwert von 523 Zentimetern. Noch ist keine offizielle Niedrigwasserstufe erreicht, aber das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg (LUBW) warnt bereits: Die Vorwarnstufe könnte bald überschritten werden. Normalerweise treten die niedrigsten Wasserstände erst im Herbst oder Winter auf. Doch in diesem Jahr beginnt die Trockenphase schon Ende Juni, Anfang Juli. Laut LUBW-Präsident Ulrich Maurer sei das „ungewöhnlich und besorgniserregend“. Seit Februar fiel in der Region viel zu wenig Niederschlag – die Folgen zeigen sich nun deutlich. Kein Wunder, dass es inzwischen mehr als nur eine symbolische Warnung ist, wenn Karlsruhe Alarm schlägt.
Am Pegel Maxau fließen derzeit etwa 743 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Rhein. Dieser Wert liegt bereits im moderat niedrigen Bereich. Sollte der Abfluss unter 715 m³/s sinken, wird die offizielle Vorwarnstufe für Niedrigwasser ausgerufen. Noch dramatischer wäre das Erreichen der Stufe 1, bei weniger als 633 m³/s – laut Experten liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit in den nächsten 30 Tagen bei 25 bis 50 Prozent. Auch andere Gewässer in Baden-Württemberg führen deutlich weniger Wasser. Der Bodensee lag zuletzt 62 Zentimeter unter dem normalen Pegel für Ende Juni – so wenig wie zuletzt 2005. Auch der Neckar, die Donau und viele Zuflüsse sind betroffen.
Wenn selbst Gewitter keine Rettung mehr bringen – und die Natur leidet
Die Hitze und der fehlende Regen führen zu Niedrigwasser im ganzen Land – mit Folgen für Schifffahrt, Natur und Trinkwasser. Zwar kündigt der Wetterdienst Starkregen und Gewitter an, doch die bringen nur kurzzeitig Entlastung. Auf trockenen Böden fließt das Wasser meist oberirdisch ab – und kann sogar Keller und Straßen überfluten.
Und die Natur leidet auch: Fische geraten bei steigenden Wassertemperaturen unter Stress, in manchen Flüssen wurden Rekordwerte über 28 Grad gemessen. Außerdem kämpfen Pflanzen mit der Trockenheit. Deshalb plant das Land eine Wassermangel-Strategie, um die Versorgung künftig besser zu sichern.
Karlsruhe schlägt Alarm – und steht damit beispielhaft für ein Problem, das ganz Baden-Württemberg betrifft. Der Sommer hat gerade erst begonnen, doch die Wasserlage ist bereits kritisch. Ohne anhaltenden Regen drohen schlimme Folgen für Mensch, Natur und Wirtschaft.














