Mieten-Schock in Karlsruhe: Wohnen wird immer unbezahlbarer

Mehrstöckige Wohnhäuser in einer Reihe, die in verschiedenen Farben gestrichen sind. Es sind Balkone, Markisen und Blumenkästen zu sehen. Einige der Wohnungen haben Satellitenschlüssel. Im Hintergrund sind Berge.
Symbolbild © istockphoto/Roberto Rizzi

Die Mietpreise in Deutschland steigen seit Jahren spürbar an. Besonders in Städten treiben knapper Wohnraum und hohe Nachfrage die Kosten weiter nach oben. Wohnen wird immer teurer.

In vielen europäischen Ländern haben sich die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich nach oben entwickelt. Besonders in wirtschaftlich starken Regionen und Großstädten zeigen sich kräftige Anstiege bei Neuvermietungen. Die Nachfrage nach Wohnraum wächst stetig.

Immer mehr Menschen kämpfen mit hohen Mieten

In Deutschland spüren viele Menschen die steigenden Wohnkosten im Alltag. Besonders in größeren Städten reicht das Einkommen für viele Haushalte kaum noch aus, um die hohen Mieten dauerhaft zu tragen. Studierende, Berufseinsteiger und Familien geraten dabei zunehmend unter Druck. In beliebten Städten verschärft sich die Lage zusätzlich durch Zuzug und begrenzte Neubauflächen. Dadurch entsteht ein Markt, in dem bezahlbarer Wohnraum knapper wird und viele Menschen gezwungen sind, Kompromisse bei Lage oder Größe der Wohnung einzugehen.

Wohnen unbezahlbar: Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg unter Druck

Die Suche nach einer passenden Wohnung zieht sich in vielen Städten über einen langen Zeitraum. Interessenten bewerben sich oft auf zahlreiche Angebote, erhalten aber nur selten eine Zusage. Besichtigungen sind stark nachgefragt, und Vermieter können unter vielen Bewerbern auswählen. Dadurch steigt der Druck auf Wohnungssuchende zusätzlich. Häufig müssen Menschen ihre Erwartungen anpassen oder sehr schnell reagieren, um überhaupt eine Chance zu haben. In den fünf größten Städten Baden-Württembergs haben sich die Angebotsmieten in den vergangenen zehn Jahren deutlich verteuert.

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Eine Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes auf Grundlage von Daten des Instituts Empirica zeigt einen durchschnittlichen Anstieg von rund 50 Prozent. Anfang 2016 lagen die Quadratmeterpreise in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Heidelberg bei etwa 10 Euro, während sie Anfang 2026 im Schnitt auf rund 14,85 Euro gestiegen sind. Karlsruhe erreichte 13,29 Euro nach einem Plus von 44,3 Prozent. Vor dem Hintergrund bundesweiter Aktionstage für einen Mietenstopp fordert die stellvertretende Vorsitzende des DGB, Maren Diebel-Ebers, deutlich stärkere politische Maßnahmen. Sie betont, dass bezahlbarer Wohnraum inzwischen eine zentrale soziale Frage darstellt.

(Quellen: Empirica, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Stadt Karlsruhe, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)