
Seit Jahren leidet Karlsruhe unter einer Plage von Millionen Ameisen, die sich immer weiter ausbreiten. Nun greift die Stadt mit organisierten und gezielten Gegenmaßnahmen durch. Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab.
Karlsruhe kämpft gegen eine stille Invasion: Millionen invasive Ameisen breiten sich in mehreren Stadtteilen aus und richten inzwischen massive Schäden an Straßen, Gehwegen und der technischen Infrastruktur an. Besonders betroffen ist die invasive Art „Tapinoma magnum“, auch Große Drüsenameise genannt. Die Situation hat sich mittlerweile so zugespitzt, dass sogar Ampelanlagen ausgefallen sind und es infolge der Störungen zu Verkehrsunfällen kam. Jetzt reagiert die Stadt mit gezielten Maßnahmen und schickt Ameisenbekämpfer in den Einsatz.
Kampf der Superkolonien – Millionen Ameisen breiten sich in Karlsruhe aus
Laut der Stadt Karlsruhe haben sich inzwischen mehrere Kolonien der invasiven Ameisen etabliert, darunter sogenannte „Superkolonien“ mit mehreren Millionen Tieren. Besonders betroffen ist unter anderem der Stadtteil Neureut, in dem sich die Ameisen bereits über ganze Straßen ausgebreitet haben. Die Tiere graben sich unter Steinen, Gehwegen und Gartenanlagen ein und destabilisieren dadurch den Untergrund. Auch technische Anlagen und Stromsysteme bleiben nicht verschont. Wie ernst die Lage inzwischen ist, zeigte sich zuletzt bei mehreren Störungen an Ampelanlagen im Stadtgebiet. Die Ameisen drangen in die empfindliche Steuertechnik ein und legten die Anlagen dadurch teilweise lahm.
Mitarbeiter der Stadt mussten die betroffenen Systeme reinigen und reparieren. Durch die Ausfälle kam es zeitweise zu gefährlichen Verkehrssituationen. Die Stadt setzt nun auf eine deutlich intensivere Bekämpfungsstrategie. Erst vor wenigen Wochen wurden spezielle Maßnahmen gegen invasive Ameisenarten vorgestellt. Dabei kommt unter anderem ein Verfahren mit Heißwasserdampf zum Einsatz. Mit extrem heißem Dampf werden die unterirdischen Nester direkt unter Gehwegplatten und im Erdreich behandelt, um die Kolonien möglichst tief im Boden zu zerstören.
Bürger um Mithilfe: Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen
Laut der Stadt müssen die Maßnahmen regelmäßig wiederholt werden, um eine erneute Ausbreitung der Ameisen zu verhindern. Zusätzlich setzen die Experten spezielle Köder und gezielte Bekämpfungsmittel ein. In sensiblen Bereichen werden die Ameisen zunächst angelockt und anschließend bekämpft. Gleichzeitig informiert die Stadt die betroffenen Anwohner aktiv über das richtige Verhalten und mögliche Schutzmaßnahmen.
Erste kleinere Erfolge scheinen sich bereits einzustellen. So konnten einige besonders stark betroffene Bereiche laut der Stadt zumindest vorläufig eingedämmt werden. Experten warnen jedoch davor, die Gefahr zu unterschätzen. Gerade Superkolonien gelten als äußerst schwer zu beseitigen, da sie aus zahlreichen miteinander verbundenen Nestern bestehen. Werden einzelne Bereiche nicht konsequent bekämpft, kann sich die Kolonie schnell erneut ausbreiten.
(Quellen: Stadt Karlsruhe, Schädlingsbekämpfer)














