Millionenschaden bei Karlsruhe – doch bis heute zahlt niemand

Man sieht ein dreieckiges Verkehrszeichen mit rotem Rand, das für eine Baustelle steht. Darunter steht das Wort "Wirtschaft". Es symbolisiert den Zustand der wirtschaftlichen Krise in Deutschland, insbesondere Baden-Württemberg. Zwei Firmen bei Karlsruhe sind insolvent.
Symbolbild © imago/IlluPics

In Städten gehören Baustellen zum Alltag, doch Arbeiten an Straßen, Schienen oder Tunneln bergen auch Risiken. Fehler, technische Probleme oder unerwartete Ereignisse können erhebliche Schäden verursachen. Dann stellt sich schnell die Frage, wer für die Folgen einstehen muss.

Kann teuer werden: Schadensursache entscheidet über die Haftung

Wer für einen Schaden bezahlt, hängt vor allem davon ab, wie er entstanden ist und welche Verantwortlichkeiten bestehen. Verursacht beispielsweise ein Unternehmen durch einen Fehler einen Schaden, kann es dafür grundsätzlich haften. Bei Bauprojekten spielen zudem Verträge zwischen Auftraggebern und beteiligten Firmen eine wichtige Rolle. Auch Versicherungen können je nach Schadensart und Vertragsbedingungen Kosten übernehmen. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, dass immer der Bauherr oder das ausführende Unternehmen zahlen muss. Zunächst braucht es eine genaue Untersuchung. Erst wenn die Ursache und mögliche Verantwortlichkeiten feststehen, lässt sich klären, wer die finanziellen Folgen trägt. Beim Tunnel Rastatt ist genau diese Frage bis heute ungeklärt.

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Im August 2017 kam es beim Bau des Tunnels Rastatt zu einem folgenschweren Zwischenfall. Ein Abschnitt der östlichen Tunnelröhre gab nach, und dadurch verformten sich auch die darüber verlaufenden Gleise. Kurz zuvor hatte noch ein Zug die betreffende Stelle passiert. Menschen kamen bei dem Unglück nicht zu Schaden, dennoch hatte der Einsturz weitreichende Folgen für das Bahnprojekt. Die Deutsche Bahn konnte den Tunnelbau inzwischen weitgehend abschließen. Die technische Fertigstellung des Tunnels beendet allerdings nicht den Streit um die finanziellen Folgen des Einsturzes.

Ursprünglich veranschlagte die Deutsche Bahn rund 700 Millionen Euro für das gesamte Projekt. Die Havarie dürfte die Kosten deutlich erhöht haben, konkrete Angaben zur aktuellen Gesamtsumme liegen bislang nicht vor. Gleichzeitig suchen die Beteiligten seit Jahren nach einer Einigung über die Verantwortung. Ein Beweiserhebungs- und Schlichtungsverfahren soll klären, wie die Schadensursachen zu bewerten sind und wer letztlich für die entstandenen Kosten einstehen muss. Eine abschließende Lösung gibt es bislang nicht.

(Quellen: Deutsche Bahn, Landgericht Baden-Baden, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)