Minibusse ohne Fahrer in Karlsruhe zeigen wie Nahverkehr in Zukunft aussieht

Autonome Mini-Busse in Karlsruhe
Foto: Paul Gärtner

Die Minibusse fuhren mehrere Wochen frei und selbstständig durch Karlsruhe, jetzt gibt es die Ersten Ergebnisse vom Pilotversuch.

„Ella“, „Vera“ und „Anna“ waren motorisierte Versuchskaninchen: Die Minibusse fuhren mehrere Wochen frei und selbstständig durch einen Karlsruher Stadtteil.Die an dem Pilotprojekt beteiligten Forscher haben schon erste Erkenntnisse gewonnen.

Der bundesweit erste Test mit selbstfahrenden Mini-Bussen – ohne vorgegebene Strecken und auf Anfrage der Kunden – hat Forschern schon erste Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt. „Dazu gehört beispielsweise die Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit solcher Fahrzeuge sowie eine bessere Antizipation beziehungsweise Vorhersage des Verkehrs, um vor allem Kreuzungen schneller passieren zu können“, sagte J. Marius Zöllner vom FZI Forschungszentrum Informatik.

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Sicherheitsabstand soll kleiner werden

Für ein besseres Fahrgefühl müsse der Sicherheitsabstand, den so ein Shuttle um sich herum benötigt, kleiner werden. „Den hatten wir im Projekt noch sehr konservativ anlegt und dann in der Praxis gemerkt, dass dies zu einem unruhigeren Fahrverhalten für die Fahrgäste führt, weil zur Sicherheit häufiger Stopps ausgeführt werden.“

Vom 22. April bis Ende Juni sowie an den Juli-Wochenenden waren die drei Mini-Busse „Ella“, „Vera“ und „Anna“ mit höchstens Tempo 20 im Karlsruher Stadtteil Weiherfeld unterwegs.

Das Besondere an dem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Nahverkehrs-Modellprojekt: Im Gegensatz zu anderen Shuttle-Projekten in Deutschland rollten sie nicht auf einer vorgegebenen Strecke, sondern navigierten frei und auf Abruf – von der Haustür zur Stadtbahnhaltestelle, zum nächsten Geschäft oder einfach für eine Rundtour durchs Quartier.

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1.200 Fahrgäste

Mehr als 1.200 Fahrgäste hätten das Angebot bei 750 Fahrten genutzt, teilte eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe Karlsruhe mit. Bis zu 35 Personen am Tag. „Teilweise sind Fahrgäste extra aus Frankfurt oder Stuttgart gekommen, um das Fahrzeug zu testen.“