
Ein Durchbruch für die Natur ist gelungen. Nach seiner augenscheinlichen Ausrottung ist der Biber wieder nach Karlsruhe zurückgekehrt. Das hat Folgen für die gesamte Umgebung, die sich bereits jetzt abzeichnen. Die Experten scheuen ein eindeutiges Urteil.
Viele hatten die Hoffnung schon aufgegeben, dass der Biber nach Karlsruhe zurückkehrt. Doch nun können die Naturschützer Alarm positiver Natur schlagen, denn die Tiere sind tatsächlich wieder zurück.
Nach über 150 Jahren: Bieber endlich wieder in Karlsruhe zuhause
Die staatliche Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg hat eine Infobroschüre über den Biber in den Flüssen und Gewässern Karlsruhes herausgegeben. Angesichts der Tatsache, dass er vor über 150 Jahren ausgerottet wurde, stellt dies einen enormen Erfolg dar. Nun hat der Biber seinen Lebensraum wieder in die Gewässer rund um Karlsruhe verlegt. Die Tiere leben in Verbänden, bilden Familien und besiedeln ein bestimmtes Revier. Man muss kein geschultes Auge haben, um ihren Lebensraum zu erkennen. Denn die Tiere bauen Dämme und fällen dafür sogar Bäume.
Biber tragen auch zur Renaturierung von Bächen, Flüssen und Gewässern bei. Sie verbinden Biotope miteinander, was sich positiv auf die gesamte Flora und Fauna auswirkt. Denn dort, wo sich Biber ansiedeln, gibt es auch sehr viele Libellen, Kaulquappen und Fische. Deshalb siedeln sich in der unmittelbaren Umgebung auch Eisvögel an.
Bieber-Konflikte vor Ort lösen – vorsorgende Maßnahmen
Ebenso ist die Elritze in den Gewässern rund um die Biberdämme heimisch. Das Totholz dieser Dämme bietet wiederum verschiedenen Tieren Lebensraum, darunter Teichrohrsängern, Ringelnattern, Feuerkäfern und Fledermäusen. Doch die Ansiedlung der Biber rund um Karlsruhe ist nicht immer frei von Konflikten, gerade wenn die Lebensräume der Tiere auf die des Menschen treffen.
Wenn der Biber seinen Staudamm baut, kann es vor Ort nämlich auch zu Überschwemmungen und dem Eindringen von Wasser in landwirtschaftliche Flächen kommen. Dies erfordert ein landesweites Bibermanagement, bei dem die Ansprechpartner in einem Netzwerk zusammenarbeiten und bei Problemen vor Ort tatkräftig zur Seite stehen. Es gilt also, vorbeugend einzugreifen und Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Nur so kann der Biber wieder zu einem festen Bestandteil der Natur in Karlsruhe werden.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redaktion, Stadt Karlsruhe)














