Nach tödlichen Unfällen: Polizei will Motorräder beschlagnahmen

An einer Straße warten zwei uniformierte Polizisten in gelber Warnweste und führen an vorbeifahrenden Autos Kontrollen durch. Es geht um Verkehrskontrollen an der deutschen Grenze.
Symbolbild © imago/Bernd März

Nach zu vielen tödlichen Unfällen will die Polizei nun Maßnahmen ergreifen, um die Motorradfahrer zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr anzuhalten. Dazu soll auch gehören, dass sie die Motorräder in bestimmten Fällen beschlagnahmen darf.

Es gibt auf bestimmten Strecken in Baden-Württemberg einfach zu viele Unfälle. Nach mehreren tödlichen Unfällen fordern die Verantwortlichen nun härtere Maßnahmen. Unter anderem will die Polizei Motorräder zukünftig beschlagnahmen.

Einfach zu viele Unfälle: Immer mehr enden tödlich

Auf der Schwarzwaldhochstraße, der B500, haben sich die Motorradunfälle in diesem Jahr drastisch gehäuft. Bis September registrierte die Polizei bereits 23 Motorradunfälle, von denen vier tödlich endeten. Angesichts dieser alarmierenden Zahlen und einer Verdopplung der Unfälle im gesamten Nordschwarzwald haben Politik, Kommunen und die Polizei jetzt einen Runden Tisch in Baden-Baden einberufen, um tiefgreifende Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

Die hohe Unfallquote hat mehrere Gründe. Die B500 gilt in der Motorradszene europaweit als absolute Kultstrecke. Das zieht leider auch eine extreme Raser- und Poserszene an. Die Strecke verläuft über weite Abschnitte sehr kurvenreich und dynamisch. An berüchtigten Unfallschwerpunkten wie dem Helbingfelsen überschätzen viele Biker die Fliehkräfte oder ihre Schräglage. Bestimmte Abschnitte und Parkplätze ziehen zudem Schaulustige an. Fahrer neigen deshalb dazu, sich riskant zu inszenieren.

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Nach tödlichen Unfällen: So wollen die Verantwortlichen gegensteuern

Um die Raser- und Unfallszene auf der B500 einzudämmen, wurde ein weitreichendes Maßnahmenpaket vereinbart. So will man den Einsatz von sogenannten Rüttelstreifen auf gefährlichen Abschnitten prüfen, um Motorradfahrer aktiv zum Abbremsen zu zwingen. Auch spezielle Kurvenmarkierungen will man einführen. Neben intensiveren Kontrollen durch die Verkehrspolizei sollen künftig vermehrt Zivilfahrzeuge, neuartige Radargeräte und Drohnen zur Verkehrsüberwachung eingesetzt werden.

Außerdem wollen die Behörden die bestehenden rechtlichen Spielräume voll ausschöpfen, um bei extremen Verstößen wie illegalen Rennen oder massiven Tempoverstößen Motorräder direkt vor Ort zu beschlagnahmen. Zudem soll es gesetzliche Änderungen auf Bundes- oder Landesebene geben, um Fahrzeughalter bei Raser-Delikten leichter belangen zu können. Während einige Bürgermeister der Region bereits laut über streckenweise Fahrverbote nachdenken, versuchen der Runde Tisch und Baden-Badens Oberbürgermeister, dies durch die neuen Sicherheitskonzepte abzuwenden.

(Quellen: SWR, Polizei Baden-Baden)