Nächste Farb-Attacke – Karlsruhes Pyramide unter Dauerbeschuss

Die Karlsruher Pyramide auf dem Marktplatz in der Innenstadt an einem schönen Sommertag mit blauem Himmel. Ein paar Touristen laufen auf dem ikonischen Platz der City. In der Fächerstadt erwarten einen neben klassischen Sehenswürdigkeiten auch einzigartige Attraktionen.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Nun gab es die nächste Farb-Attacke. Die Pyramide in Karlsruhe steht offenbar unter Dauerbeschuss. Immer mehr Menschen sind darüber nun verärgert und wollen, dass das aufhört.

Kaum gereinigt, schon wieder beschmiert. Die Karlsruher Pyramide auf dem Marktplatz hat erneut eine Farb-Attacke abbekommen. Schon wieder hat jemand das berühmte Wahrzeichen beschmiert.

Schon wieder ein Denkmal beschädigt

Noch am Mittwoch, dem 16. September, ließen sich schwache Spuren der blauen Farbe auf dem Bauwerk erkennen. Die Stadt hofft, sämtliche Rückstände entfernen zu können. Die Arbeiten verursachen allerdings erhebliche Kosten. Bis zu 3.000 Euro kann die Beseitigung einer solchen Farb-Attacke kosten. Damit endet die Arbeit jedoch nicht. Nach der Reinigung muss die Stadt auch die Antigraffitibeschichtung der Pyramide erneuern. Sie soll das historische Material schützen und spätere Reinigungen erleichtern.

Glücklicherweise konnte man bei der jüngsten Farb-Attacke eine tatverdächtige Person ausmachen. Die Stadt erstattete Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und hofft außerdem darauf, dass die verantwortliche Person für die entstandenen Kosten aufkommt. Dass die wiederholten Farb-Attacken die Stadt besonders beschäftigen, hat auch mit der historischen Bedeutung des Bauwerks zu tun. Die Pyramide ist nicht nur eines der bekanntesten Wahrzeichen Karlsruhes, sondern zugleich ein geschütztes Grabmal.

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Der Karlsruher Architekt Friedrich Weinbrenner entwarf die heutige Pyramide. Zwischen 1823 und 1825 entstand sie aus rotem Sandstein über der Gruft des Stadtgründers Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle die Konkordienkirche. Nach deren Abriss im Jahr 1807 schützte zunächst eine hölzerne Pyramide die darunterliegende Gruft. Später ersetzte die heute bekannte Steinpyramide diese.

Vandalismus: Stadt reagiert verärgert

Eine weitere Besonderheit macht jede Farb-Attacke auf das Denkmal umso bemerkenswerter. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um die einzige zeitgenössische Grabpyramide nördlich der Alpen, die auf einem öffentlichen Platz mitten in einer Stadt errichtet wurde.

Der jüngste Vorfall zeigt damit erneut, wie aufwendig eine Farb-Attacke auf ein historisches Denkmal werden kann. Neben der eigentlichen Reinigung muss die Stadt den Schutz des Sandsteins sicherstellen und die Antigraffitibeschichtung wiederherstellen. Die Kosten dafür summieren sich erheblich.

(Quellen: Stadt Karlsruhe)