Neue Maßnahmen: Flughafen Karlsruhe platzt aus allen Nähten

Viele Menschen stehen auf einem Flughafen in einer Schlange vor dem Sicherheitscheck, um sich vor dem Abflug checken zu lassen und dann zum Terminal zu kommen. Für den Flughafen Karlsruhe ergreift man nun neue Maßnahmen.
Symbolbild © imago/Lobeca

Die steigenden Passagierzahlen sorgen für Chaos. Mit neuen Maßnahmen will der Flughafen Karlsruhe die langen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen künftig besser in den Griff bekommen.

Mehr Flüge, mehr Reisende, mehr Probleme. Doch neue Maßnahmen sollen den Flughafen Karlsruhe schon bald entlasten. Politik und Betreiber setzen dabei auf Technik, mehr Personal und langfristige Ausbaupläne.

Lange Schlangen und Chaos: Die Sicherheitskontrolle wird zum Dauerproblem

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) wächst stark – und stößt dabei an seine Grenzen. Immer wieder meldet man neue Rekorde, zuletzt lag das Plus in den Sommerferien bei 25,4 Prozent. Besonders beliebt sind Ziele in Südosteuropa und Mallorca. Doch das schnelle Wachstum hat leider auch Schattenseiten: volle Terminals, lange Schlangen und Chaos an den Sicherheitskontrollen. Um die Lage zu verbessern, stellt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg jetzt 2,4 Millionen Euro bereit. Davon werden zwei neue Kontrollspuren für Handgepäck sowie eine moderne Anlage zur Gepäckkontrolle angeschafft. In rund sechs Monaten soll die Technik einsatzbereit sein. Zunächst zahlt das Land, später decken die Gebühren der Airlines die Kosten. Auch ein Personal-Reservepool für Krankheitsfälle ist geplant.

Wie dringend die Maßnahmen am Karlsruher Flughafen benötigt werden, zeigen diese Zahlen: Im ersten Halbjahr 2025 verpassten rund 700 Passagiere ihren Flug wegen zu langer Wartezeiten – das sind 0,14 Prozent aller Abfliegenden. Laut Regierungspräsidium Stuttgart ist die Belastungsgrenze erreicht. Reisenden rät man inzwischen, 90 bis 120 Minuten vor Ende des Boardings an der Sicherheitskontrolle zu sein – nicht erst kurz vor Abflug. Die Probleme sind inzwischen auch Thema im Landtag. CDU-Abgeordnete Cornelia von Loga wirft dem Ministerium zu wenig Einsatz vor. Statt die Entwicklung als Erfolg zu begleiten, gehe Vertrauen verloren.

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Politik, Betreiber und Flughafen: Alle setzen auf Ausbaupläne für langfristige Entlastung

Doch der Flughafen plant einen weiteren Schritt: Ab Sommerflugplan 2026 sollen neue, leistungsfähigere Kontrollanlagen die Abfertigung beschleunigen. Pro Spur können dann bis zu 140 Passagiere pro Stunde kontrolliert werden – fast doppelt so viele wie bisher. Auch eine Erweiterung des Terminals steht zur Diskussion. Dank modularer Bauweise könnte sie zügig umgesetzt werden, konkrete Pläne sollen Ende des Jahres vorgestellt werden.

Für 2025 rechnet das RPS mit 25,5 Prozent mehr Reisenden, womit die Anzahl auf 2,3 Millionen Stück ansteigen würde. Mehr als 27 Prozent zusätzliche Flüge sind geplant. Um die Lage zu entzerren, hat der Flughafen einen Antrag auf Aufnahme in die Liste der flugplanvermittelten Flughäfen gestellt. So könnte der Flughafen die Abflugzeiten zukünftig besser steuern.