Neue Obduktion: Publikumsliebling im Karlsruher Zoo gestorben

Viele Menschen stehen vor dem Tiergehege der Eisbären im Karlsruher Zoo und machen Fotos. Es ist ein trüber Tag in der Fächerstadt.
Symbolbild © imago/Stockhoff

Der Karlsruher Zoo trauert um einen echten Publikumsliebling. Nach der Obduktion ist die traurige Gewissheit nun da. Somit steht fest, woran er wirklich sterben musste.

Eine Obduktion hat jetzt die Todesursache des Publikumslieblings aus dem Karlsruher Zoo aufgeklärt. Übrigens war er nicht nur ein Zoo-Star, sondern auch ein Tier von europäischer Bedeutung.

Bis das Herz aufhörte zu schlagen: Der stille Abschied hinter den Kulissen

Die letzten Wochen seines Lebens verbrachte er hinter den Kulissen, beobachtet von besorgten Blicken. Wo sich sonst das imposante Weiß seines Fells vor der Felswand abzeichnete, war die Anlage leer. Jetzt gibt es Gewissheit über das Schicksal des Karlsruher Eisbären Kap: Er ist an einer chronischen Leberveränderung gestorben. Das Ergebnis der Obduktion beendet somit die Ungewissheit und unterstreicht die Bedeutung des Bären, der weit mehr war als nur ein Zoobewohner.

In den Wochen vor seinem Tod hatte sich der Zustand des Publikumslieblings aus dem Karlsruher Zoo rapide verschlechtert. Er kämpfte mit einer bei alten Eisbären nicht untypischen, massiv veränderten und vergrößerten Leber. Trotz spezieller Medikation und intensiver Überwachung verschlechterte sich sein Zustand von Tag zu Tag. Eine letzte Untersuchung Mitte Juli brachte die traurige Sicherheit: Die Leberwerte waren weiter angestiegen, im Ultraschall zeigten sich deutliche Schäden. Am 16. Juli hatte man den leidenden Bären schließlich eingeschläfert. Dass der Tod von Kap über Karlsruhe hinaus Wellen schlägt, hat übrigens einen besonderen Grund. Mit seinen 24 Jahren war er der älteste männliche Eisbär im gesamten Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Sein wahrer Wert lag dabei in seinen Genen. Kap war einer der letzten Vertreter der sogenannten „Moskauer Blutlinie“. Das ist eine sehr seltene und genetisch besonders wertvolle Abstammungslinie.

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Vom Zoo-Star zur Legende: Seine Gene waren Gold wert

Als genetisch wertvoller Bär reiste er in seinem Leben durch mehrere deutsche Zoos, um sein einzigartiges Erbgut weiterzugeben und den Bestand seiner Art zu sichern.

Sein Vermächtnis lebt glücklicherweise in seinen Jungtieren weiter. Neben dem Karlsruher Nachwuchsstar Mika zeugte er noch ein weiteres Jungtier: Eisbärin Anouk im Hamburger Zoo. Sie tragen nun die Verantwortung, seine seltenen Gene noch weiter in die Zukunft zu retten.

(Quellen: Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe, dpa)