Ohne Personal: Neue Tante-M-Läden eröffnen bei Karlsruhe

Ein kleiner Bioladen mit einer Auslage für frisches Obst und Gemüse. Im hinteren Bereich befindet sich ein Regal mit weiteren Bioprodukten und Lebensmitteln.
Symbolbild © imago/FotoPrensa

Lebensmittel einkaufen, obwohl kein Personal im Laden ist – was vor wenigen Jahren noch ungewöhnlich klang, wird in immer mehr Orten Realität. Auch in der Region Karlsruhe wächst das Netz der sogenannten Tante-M-Märkte. Gleich mehrere neue Standorte haben zuletzt eröffnet und sollen die Nahversorgung insbesondere in kleineren Gemeinden stärken.

Zu den jüngsten Neueröffnungen gehört der Markt in Schöllbronn, einem Stadtteil von Ettlingen. Dort können die Menschen seit Mitte Juni ihre Einkäufe direkt vor Ort erledigen, ohne für viele Produkte in den nächsten größeren Ort fahren zu müssen. Bereits zuvor war in Marxzell ein weiterer Tante-M-Standort an den Start gegangen.

Bürger sind begeistert: Neue Tante-M-Läden eröffnen bei Karlsruhe

Das Besondere an dem Konzept ist der Einkauf ohne dauerhaft anwesendes Verkaufspersonal. Kunden betreten den Markt eigenständig und bezahlen ihre Waren an einer Selbstbedienungskasse. Dadurch können die Geschäfte deutlich längere Öffnungszeiten anbieten als viele herkömmliche Supermärkte. Je nach Standort ist der Einkauf an sieben Tagen in der Woche möglich. Im Sortiment finden sich die wichtigsten Produkte für den Alltag. Neben Obst, Gemüse, Milchprodukten, Brot, Getränken und Tiefkühlwaren setzen die Betreiber nach eigenen Angaben bewusst auf regionale Erzeugnisse.

Das Konzept stößt vor allem in kleineren Orten auf großes Interesse. In vielen Gemeinden verschwinden seit Jahren Bäckereien, Metzgereien oder Lebensmittelgeschäfte, weil sich der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Für ältere Menschen oder Einwohner ohne Auto bedeutet das oft längere Wege beim täglichen Einkauf. Genau hier sollen die neuen Smartstores eine Lücke schließen.

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Einkaufen ganz ohne Personal möglich: Neuer Einkaufstrend verbreitet sich im Kreis Karlsruhe

Auch technisch unterscheiden sich die Läden von klassischen Supermärkten. Der Einkauf läuft weitgehend digital ab. Kameras und moderne Sicherheitstechnik sorgen dafür, dass der Betrieb auch ohne ständig anwesende Mitarbeiter funktioniert. Gleichzeitig bleibt der Markt überschaubar und konzentriert sich auf Produkte, die im Alltag besonders häufig benötigt werden. Die Expansion in der Region Karlsruhe zeigt, dass das Konzept weiter wächst. Immer mehr Kommunen interessieren sich für diese Form der Nahversorgung, weil sie eine Alternative zu leerstehenden Ladenflächen und langen Einkaufswegen bietet.

Mit den neuen Standorten in Schöllbronn und Marxzell wächst das Tante-M-Netz in der Region weiter. Ob sich das Konzept dauerhaft durchsetzt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Das Interesse der Kommunen und der Kunden spricht jedoch dafür, dass personallose Nahversorger künftig eine immer größere Rolle spielen könnten.

(Quellen: Tante-M, Stadt Ettlingen, Gemeinde Marxzell)