
Personalmangel bei der AVG sorgt für einen Flickenteppich aus Bahnausfällen im gesamten Netz von Karlsruhe. Ganze Linien fallen aus – und mit ihnen das Vertrauen der Pendler.
Wenn „Engpässe beim Fahrpersonal“ zum Dauerzustand werden, ist es mehr als ein Betriebsproblem: Es ist ein Armutszeugnis. Schon wieder führt ein chronischer Personalmangel zu etlichen Bahnausfällen in Karlsruhe.
Stimmung vor Ort: Frust und Resignation
Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) meldete am Sonntag, dem 30. November, und zu Beginn der neuen Woche einen kurzfristigen, betriebsbedingten Ausfall. Doch hinter diesen harmlosen Begriffen verbirgt sich ein systemisches Problem: Personalmangel. Besonders hart traf es dabei die Fahrgäste am Sonntag auf der Linie S4 zwischen Karlsruhe Albtalbahnhof und Heilbronn Pfühlpark. Betroffene Fahrten fielen spätabends aus, darunter die Verbindung von der Tullastraße zum Albtalbahnhof um 21:27 Uhr und die Rückfahrt um 23:15 Uhr.
Doch das Problem war am Montag, dem 1. Dezember, keineswegs behoben. Auch die Linien S1 und S11 im Bereich zwischen Ittersbach Rathaus und Hochstetten sowie die Linie S5 zwischen Wörth Bahnhof und Pforzheim Hauptbahnhof waren von “ einzelnen Fahrtausfällen“ betroffen. Ein Blick auf die lange Liste der gestrichenen Fahrten – von den frühen Morgenstunden bis in die Nacht – zeigt jedoch: Von „einzelnen“ Ausfällen kann kaum die Rede sein. Insgesamt mussten Dutzende Verbindungen gestrichen werden, darunter wichtige Pendlerfahrten am Morgen und Abend. In Zeiten, in denen Klimaschutz und steigende Lebenshaltungskosten viele zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen, ist dieser Frust besonders bitter. Wer sein Auto stehen lässt oder sich keines mehr leisten kann, muss sich auf einen funktionierenden Nahverkehr verlassen können. Genau dieses Vertrauen wird durch solche Vorfälle aber immer wieder erschüttert.
Ein systemisches Problem, das eine Lösung braucht
Der Personalmangel bei der AVG führt immer wieder zu Bahnausfällen in Karlsruhe. Das ist leider kein Zufall, sondern ein Symptom der vielerorts angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt und in der Verkehrsbranche. Die Frage drängt sich auf: Muss das Unternehmen nicht einfach mehr Leute einstellen? Für ein Unternehmen, das das Rückgrat des Karlsruher Nahverkehrs bildet, ist dieser Zustand nicht nur unprofessionell – er ist, mit Verlaub, auch peinlich.
Die Fahrgäste wünschen sich vor allem eins: Verlässlichkeit. Sie haben ein Recht darauf, dass ihr Ticket auch eine garantierte Beförderung bedeutet. Die Hoffnung ist, dass die AVG und die verantwortlichen Stellen die Ernsthaftigkeit der Lage erkennen. Nur so kann das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewonnen werden.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, AVG)














