
Die Krise beim Karlsruher SC hat einen klaren Grund: Eine wachsende Personalnot fordert ihren Tribut. Die vielen fehlenden Spieler haben natürlich auch Einfluss auf die Tabelle.
Vier Niederlagen in Folge – hinter der sportlichen Talfahrt verbirgt sich ein akutes Problem: Dem Verein gehen die Spieler aus. Eine Analyse der Karlsruher-SC-Personalnot.
Mangelware Kreativität: Zurzeit verstummt der KSC nur noch vor dem Tor
Der Karlsruher SC steckt tiefer denn je in der Krise: Die 2:3-Niederlage am Samstagabend in Darmstadt ist bereits die vierte in Folge und wirft ein grelles Scheinwerferlicht auf das Kernproblem – eine akute und wachsende Personalnot. Während die Lilien in ein furioses Offensivspiel fanden, fehlte dem KSC, abgesehen von Standardsituationen und einem Eigentor, die eigene spielerische Durchschlagskraft – ein direktes Symptom der fehlenden Offensivspieler.
Im Zentrum der Misere steht der langfristige Ausfall von Lilian Egloff. Der offensive Mittelfeldspieler, der mit vier Saisontoren häufig der entscheidende Unterschied war, fehlt seit einem Muskelfaserriss an allen Ecken und Enden. Seine Rückkehr ist erst zur Winterpause ein realistisches Ziel. Neben ihm fehlt mit Louey Ben Farhat ein weiterer junger Spieler mit Durchschlagskraft voraussichtlich bis zum Trainingsstart im neuen Jahr. Diese Abwesenheiten treffen das Team in einer Phase, in der jede individuelle Klasse zählt. Der Sieg gegen Schalke 04 erscheint als ferne Ausnahme in einer Serie von Defiziten. Die Verletzungen offenbaren somite die geringe Tiefe im Kader. Es scheint nicht nur an Qualität in der Startelf, sondern vor allem an spielstarken und systemrelevanten Alternativen auf der Bank zu fehlen.
Einsame Spitze und die dritte Bank: Ein Stammspieler und seine Geisterschar
Diese Schwäche wird in der heißen Phase der Saison gnadenlos bestraft. Nach der gestrigen Niederlage rangiert der KSC auf Platz acht, mit nur noch acht Punkten Vorsprung auf den Abstiegskampf und sechs Zählern Rückstand auf die Aufstiegsrelegation.
Das anstehende Restprogramm vor der Winterpause droht die Krise weiter zu verschärfen. Denn als Nächstes steht das Heimspiel gegen den starken SC Paderborn an – und danach folgt eine Auswärtspartie in Bochum. Es wird sich zeigen, ob der ausgedünnte Kader überhaupt noch die physische und mentale Kraft für einen Befreiungsschlag aufbringen kann. Eines ist sicher: Die Winterpause kann für den Karlsruher SC nicht früh genug kommen, um die Personalnot endlich zu lindern.
(Quellen: KSC, Bundesliga, dpa)














