Alles begann wie ein ganz normaler Schultag. Doch dann hat ein gedrückter Alarmknopf am Dienstagmorgen an einer Grundschule im Karlsruher Raum einen Großeinsatz aller Sicherheitskräfte ausgelöst. An der Hans-Thoma-Schule in Gaggenau ertönte gegen 9 Uhr der Amok-Alarm. Sofort rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. In Nullkommanichts hatte man den gesamten Bereich um die Schule abgeriegelt. Straßen sperrten die Beamten ab, während sich die Einsatzfahrzeuge um das Schulgebäude postierten. Was genau in den Klassenräumen vor sich ging, war zu diesem Zeitpunkt aber niemandem klar.
Dann begann die Evakuierung. Die Kinder wurden klassenweise aus der Schule geführt. Ihre Gesichter zeigten Verunsicherung, während Lehrkräfte und Einsatzkräfte sie beruhigten. Ziel war das nahegelegene Helmut-Dahringer-Haus, wo eine Betreuungsstelle eingerichtet worden war. Während die Schüler in Sicherheit gebracht wurden, durchkämmten Spezialkräfte der Polizei das gesamte Schulgebäude. Raum für Raum wurde überprüft, jede Ecke untersucht. Die Spannung unter den wartenden Eltern vor der Schule war mit Händen zu greifen.
Evakuierung unter Hochdruck: Wenn es auf wirklich jede Minute ankommt
Erst nach mehreren Horror-Stunden kam die erlösende Nachricht: Die Polizei gab Entwarnung. Bei dem Amok-Alarm in der Schule habe es sich um einen Fehlalarm gehandelt. Alle 230 Schüler konnte man wohlbehalten ihren überglücklichen Eltern übergeben. Allerdings bleibt ein Vorfall unklar: Die Polizei brachte einen Mann zu Boden, der sich Zutritt zum abgesperrten Bereich verschaffen wollte. Es handelte sich um einen besorgten Angehörigen. Ein Beamter hat sich dabei leicht verletzt.
Warum jemand den Alarmknopf gedrückt hat, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Für die Kinder, Eltern und Lehrkräfte ging ein langer, emotionaler Tag zu Ende – der gerade noch einmal glimpflich ausging.
(Quellen: dpa, Polizei Karlsruhe)