Ranking: Karlsruhe unter den durstigsten Städten in Deutschland

Ein Mann füllt seine Trinkwasserflasche mit Wasser auf. Er nutzt dafür einen öffentlichen Trinkwasserbrunnen, der frei zugänglich ist. Das Wasser ist hier kostenlos.
Symbolbild © imago/ Wolfgang Maria Weber

Karlsruhe ist nicht nur für seinen Fächergrundriss, das Schloss und die lebendige Innenstadt bekannt – die Stadt gehört auch zu den durstigsten Städten Deutschlands. In den Rankings nahm die Fächerstadt eine vordere Platzierung ein.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der Trink- und Wasser-App Whatrify, die bundesweit Verbrauchs- und Versorgungsdaten sowie Nutzerverhalten analysiert. Demnach liegt Karlsruhe im Vergleich großer deutscher Städte im oberen Drittel, wenn es um den täglichen Wasserverbrauch pro Kopf geht.

Eine der durstigsten Städte in Deutschland – Karlsruhe belegt vorderen Platz

Das Ranking basiert auf Millionen Daten aus der App, die unter anderem messen, wie oft Nutzer Wasserzapfstellen, Brunnen oder Leitungswasser verwenden, wie hoch der Verbrauch zu Hause ist und wie häufig Wasser unterwegs konsumiert wird. Karlsruhe fällt dabei durch einen überdurchschnittlich hohen Wert auf – deutlich höher als in vielen anderen Städten mit vergleichbarer Bevölkerungszahl.

Was auf den ersten Blick kurios klingt, hängt nach Einschätzung von Experten von mehreren Faktoren ab. Zum einen gilt Karlsruhe als sehr stark von Trinkbrunnen und öffentlichen Wasserstellen durchzogen. Die Innenstadt, Parks und Plätze wie der Schlossplatz, der Marktplatz oder die Wege entlang der Allee-Straßen sind gespickt mit historischen und modernen Brunnen. Diese laden Bürger und Besucher gleichermaßen zum Verweilen und Trinken ein. Auch die weitläufigen Grünflächen und Naherholungsräume wie der Schlossgarten oder der Rheinstrand machen Durst schlicht wahrscheinlicher.

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Stadt der Trinkwasserbrunnen: Bürger haben großen Durst

Zum anderen haben lokale Initiativen in den vergangenen Jahren stark auf kostenloses Leitungswasser zur Stärkung der Nachhaltigkeit gesetzt. Viele Vereine, Gastronomen und Kommunalpolitiker werben aktiv dafür, Mehrwegflaschen zu nutzen und Leitungswasser gezielt zu trinken, statt auf verpackte Alternativen zurückzugreifen. Ebenso sollen klimatische und soziale Faktoren laut Whatrify eine Rolle spielen. Die Sommer in Karlsruhe sind in den vergangenen Jahren tendenziell heißer und trockener geworden, was den Wasserbedarf erhöht.

Ein Blick in die Geschichte macht den Zusammenhang noch verständlicher. Karlsruhe war schon immer eine Stadt des Wassers. Neben dem Rhein und der Alb prägen historische Brunnen seit dem 19. Jahrhundert das Stadtbild. Viele dieser Brunnen hatten ursprünglich nicht nur ästhetische, sondern auch praktische Funktionen. Sie dienten zum Beispiel als Versorgungsquelle für Pferde, Handwerk und die Bevölkerung selbst, bevor zentrale Wassernetze existierten. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten – moderne Trinkwasserbrunnen füllen eine ähnliche Lücke für Menschen, die unterwegs Durst bekommen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Whatrify)