
Die anhaltende Trockenheit macht sich inzwischen auch an einer der wichtigsten Verkehrsadern Süddeutschlands bemerkbar. Der Rhein führt deutlich weniger Wasser als üblich. Was zunächst nach einem Problem für die Schifffahrt klingt, hat längst Auswirkungen auf Unternehmen, Lieferketten und den Karlsruher Rheinhafen.
Der niedrige Wasserstand zwingt viele Binnenschiffe dazu, ihre Ladung zu reduzieren. Je weniger Wasser der Rhein führt, desto geringer ist der Tiefgang der Schiffe. Um nicht auf Grund zu laufen, können sie einen Teil ihrer Fracht gar nicht erst aufnehmen. Für dieselbe Warenmenge werden dadurch mehr Fahrten benötigt – oder die Transporte müssen auf Lastwagen und die Schiene verlagert werden. Das erhöht die Kosten und belastet die gesamte Logistikkette.
Karlsruher Rheinhafen unter Druck: Zu wenig Wasser im Rhein für die Schiffe
Auch der Karlsruher Rheinhafen bekommt die Entwicklung inzwischen deutlich zu spüren. Als größter Binnenhafen Baden-Württembergs schlagen die Rheinhäfen jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Güter um. Rohstoffe, Mineralölprodukte, Baustoffe, Schrott, Container und viele weitere Waren gelangen von hier aus in die Region oder werden auf dem Rhein weitertransportiert. Einschränkungen auf der Wasserstraße treffen deshalb zahlreiche Unternehmen unmittelbar.
Nach Einschätzung von Fachleuten dürften sich die Probleme verschärfen, wenn in den kommenden Tagen kein ergiebiger und anhaltender Regen fällt. Kurze Schauer oder einzelne Gewitter reichen in der Regel nicht aus, um den Wasserstand des Rheins nachhaltig anzuheben. Die Wasserstände werden deshalb weiterhin genau beobachtet.
Probleme nehmen zu am Rheinhafen: Zu wenig Wasser fällt vom Himmel
Für viele Betriebe bedeutet die Situation einen erheblichen Mehraufwand. Logistikunternehmen müssen Transporte neu planen, Reedereien ihre Schiffe anders disponieren und Kunden längere Lieferzeiten einkalkulieren. Gerade Massengüter lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Verkehrsträger verlagern.
Der Rheinhafen Karlsruhe zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszentren der Region. Rund 200 Unternehmen sind dort angesiedelt, mehrere Tausend Menschen arbeiten direkt oder indirekt am Hafen. Fällt die Leistungsfähigkeit der Wasserstraße, wirkt sich das schnell auf weite Teile der regionalen Wirtschaft aus.
(Quellen: Rheinhäfen Karlsruhe, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes)














