Schock-Fund in Karlsruhe: Kranker Chihuahua einfach ausgesetzt

Eine junge Frau fährt mit ihrem kleinen Hund im Bus. Sie hat den Chihuahua auf den Schoß genommen und hält ihn fest in ihren Armen.
Symbolbild © imago/Oliver Langel

Ende April entdeckte ein Passant in Karlsruhe-Neureut einen kleinen Hund, der zwischen Containern und abgestelltem Müll offensichtlich dringend Hilfe benötigte. Nachdem dem Mann der schlechte Zustand des Tieres aufgefallen war, alarmierte er sofort die Polizei. Vor Ort fanden die Einsatzkräfte einen stark geschwächten Chihuahua, der allein im Bereich der Wertstoffstation umherlief.

Nach Einschätzung der Stadt Karlsruhe spricht vieles dafür, dass der Hund dort bewusst zurückgelassen wurde. Der männliche Chihuahua wirkte krank und ungepflegt. Hinweise auf einen Halter lagen zunächst nicht vor. Das Tier wurde nach dem Fund versorgt und anschließend dem Tierschutz übergeben.

Kranker Chihuahua einfach ausgesetzt – schlimmer Verdacht der Polizei

Gerade kleine Hunde wie Chihuahuas gelten als typische Familien- und Wohnungshunde. Umso größer ist nun die Frage, warum das Tier offenbar allein an einer Wertstoffstation ausgesetzt wurde. Für Tierschützer ist dieser Fall besonders bitter, da ausgesetzte Hunde häufig unter Stress, Hunger oder gesundheitlichen Problemen leiden. Oft würden die Tiere erst entdeckt, wenn sich ihr Zustand bereits deutlich verschlechtert habe.

Lesen Sie auch
Fußgängerin wird in Karlsruhe plötzlich von Straßenbahn erfasst

Die Stadt Karlsruhe hofft deshalb auf Zeugen. Wer in den vergangenen Tagen rund um die Wertstoffstation in Neureut verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise zum Hund geben kann, soll sich melden. Es ist möglich, dass der Chihuahua zuvor in Begleitung gesehen wurde oder aus einem Fahrzeug ausgesetzt worden ist.

Ausgesetzter Hund sorgt für Bestürzung – in einem schlechten Zustand

Das Aussetzen eines Tieres ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt. Je nach Fall können Verstöße gegen das Tierschutzgesetz mit hohen Geldstrafen geahndet werden. Gleichzeitig geraten Tierheime bundesweit zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Viele Einrichtungen berichten seit Monaten von steigenden Abgaben und höheren Kosten für die medizinische Versorgung.

Wie schwer der Chihuahua tatsächlich erkrankt ist, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Klar ist jedoch: Ohne den Hinweis des Passanten wäre das Tier möglicherweise noch deutlich länger unversorgt geblieben.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Polizei Karlsruhe, Tierschutz, dpa)