Schulstreik: Karlsruher Schüler protestieren gegen Wehrpflicht

Viele Schüler gehen mit Bannern und Plakaten auf die Straße, um ihren Unmut gegen die Wehrpflicht kundzutun. Um an diesem Streik teilzunehmen, verlassen einige sogar eher die Schule und nehmen Fehlstunden in Kauf.
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Dieser Schulstreik dürfte so manchem wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Die Karlsruher Schüler gehen gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Etwas anderes bleibt ihnen wohl auch nicht übrig.

Da ist die Aufregung groß. Der nächste Schulstreik steht an, und die Karlsruher Schüler gehen gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Aufgrund der neuen Regelungen bleibt ihnen wohl keine andere Wahl.

Druck auf Entscheidungsträger und Aufmerksamkeit generiert

Für die eigene Meinung auf die Straße gehen, das bedeutet, die öffentliche Stille zu durchbrechen und Missstände sichtbar zu machen. Es ist auch ein Ausdruck von Zivilcourage, bei dem Menschen ihre Werte verteidigen und Veränderung einfordern. Durch Demonstrationen, Kundgebungen oder Mahnwachen entsteht eine kollektive Stimme, die im Idealfall Druck auf Entscheidungsträger ausübt und Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erzeugt. Gut organisierte Bewegungen nutzen Transparenz, Informationsvermittlung und Dialogbereitschaft, um auch Gegner zu erreichen und eine Verständigung zu fördern. Die Karlsruher Schüler gehen gegen die Wehrpflicht auf die Straße und hoffen auf Gehör und einen echten Austausch.

Freiwilligkeit oder eher doch Pflicht

Dass Schüler an einem Freitag auf die Straße gehen, ist nichts Neues. Denn bereits am 7. Dezember 2018 fand der erste Streik von Schülern in Bad Segeberg statt. Die Aktivisten von Fridays for Future traten ab diesem Tag mit einer immer größer werdenden Zahl an Teilnehmern für die Einhaltung der Klimaziele und mehr Klimaschutz ein. Mehr als 15.000 junge Menschen bundesweit traten für den Klimaschutz auf die Straße, anstatt freitags die Schule zu besuchen. Nahm die Anzahl der Demonstrationen am Freitag jedoch ab, werden diese nun an diesem Freitag, den 5. Dezember 2025, wieder aktiviert. Dieses Mal ist der Grund allerdings die neue Wehrpflichtreform, die ab Januar 2026 gelten soll.

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So bleiben viele Schüler am Freitag der Schule fern und unterstützen den Aufruf des Bündnisses „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Es gibt bereits etwa 90 Streikstrukturen in Städten wie Berlin, Hamburg, München sowie auch in Karlsruhe, Stuttgart, Heidelberg und Mannheim. Der Protest richtet sich einerseits gegen den geplanten freiwilligen Wehrdienst, dem möglicherweise ein Losverfahren folgen könnte, wenn sich nicht genügend Rekruten melden. Andererseits geht er gegen eine eventuell später eingeführte Wehrpflicht. Die Jugendlichen befürchten, dass zwar Freiwilligkeit verkündet, aber am Ende doch die Pflicht zum Wehrdienst beschlossen wird. Da bisher nur über ihre Köpfe hinweg entschieden wurde, hoffen sie jetzt einfach, endlich auch mal mit ihrer Meinung gehört zu werden.

(Quellen: Bundeswehr, Wehrpflicht, Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“)