Tierschützer schlagen Alarm: Kaninchen bei Kälte ausgesetzt

Ein weiß-graues Fellknäuel in einem Käfig, wobei es sich um ein Kaninchen handelt, das gefunden wurde. Man hatte das Haustier vermutlich einfach bei Kälte ausgesetzt, weshalb Tierschützer jetzt Alarm schlagen.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Tierschützer sind alarmiert, nachdem vier stark vernachlässigte Kaninchen in der eisigen Kälte ausgesetzt wurden. Die Tiere wurden in einem Garten in Karlsruhe aufgefunden und befinden sich in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand.

Der aktuelle Fall in Karlsruhe zeigt ein trauriges Muster: Immer wieder werden Haustiere wie Kaninchen bei Kälte ausgesetzt, besonders nach den Weihnachtsfeiertagen. Nun beginnt die Suche nach den Verantwortlichen.

Verwahrlost und alleingelassen: Die Suche nach Verantwortung

Das Fell war verfilzt wie alte Wolle, die Krallen zu langen, verdrehten Spaghetti geworden und die Nagezähne standen weit über. In diesem erbärmlichen Zustand hat man die vier Zwergkaninchen am vergangenen Dienstag, den 27. Januar 2026, gefunden. Eine Anwohnerin hatte die offensichtlich ausgesetzten Kaninchen auf ihrem Grundstück entdeckt und brachte sie ins Tierheim Karlsruhe, wo man die verängstigten Tiere jetzt versorgt. Bei einem der Kaninchen besteht sogar der Verdacht auf eine ernsthafte Erkrankung.

Die brennende Frage bleibt: Wer hat diese wehrlosen Tiere bei solchen Temperaturen einfach zurückgelassen? Das Tierheim und die Tierrechtsorganisation Peta suchen derzeit mit Nachdruck nach Antworten. In den sozialen Medien wird zur Halterermittlung aufgerufen. Unterstützung gibt es auch finanziell, denn man hat eine Belohnung von 500 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zu einer Verurteilung der Verantwortlichen führen könnten. Die Tierrechtsorganisation betont, dass das Aussetzen nicht nur ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sei, sondern auch den Straftatbestand der Tierquälerei erfüllen könne. Die Tiere hätten bereits lange gelitten, bevor man sie ihrem Schicksal überließ.

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Ein trauriger Trend zur Weihnachtszeit: „Tiere sind keine Geschenke“

Doch dieser schockierende Fall ist leider kein isoliertes Ereignis. Wie der Berliner Tierschutzverein bereits Ende Dezember 2025 berichtete, ist die Zeit um die Feiertage immer wieder von einer traurigen Welle geprägt: Menschen geben Haustiere in Tierheimen ab – oder setzen sie gleich aus. Die Warnung der Tierschützer ist deutlich und wiederholt sich jedes Jahr: Tiere sind keine Geschenke. Es handle sich um fühlende Lebewesen und nicht um spontane Festtagsüberraschungen, die man bei Überforderung einfach wieder loswerden könne. Die Entscheidung für ein Haustier müsse immer wohlüberlegt sein.

Für die vier Karlsruher Kaninchen bleibt zunächst die Hoffnung auf vollständige Genesung im Tierheim. Denn die Pflegekräfte kümmern sich liebevoll um sie. Doch dieser traurige Vorfall sollte eine Mahnung an alle sein: Ein Haustier ist eine langjährige Verpflichtung, die man nicht einfach im Garten – und schon gar nicht im Winter – zurücklassen darf.

(Quellen: Tierschutzorganisationen aus Karlsruhe, dpa)