Trendwende in Karlsruhe: Deutlich weniger Straftaten im Jahr 2025

Ein Motorrad und ein Polizeiwagen stehen nebeneinander. Die Straftaten in Karlsruhe sind auf einem so niedrigen Wert wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr.
Symbolbild © imago/BREUEL-BILD

Die Kriminalstatistik 2025 für Karlsruhe bringt gute Nachrichten: So wenige Straftaten wie seit 20 Jahren nicht. Doch während Diebstähle zurückgehen, bereiten andere Arten der Kriminalität vermehrt Sorgen.

Grund zur Freude: Karlsruhes Kriminalstatistik 2025 fällt so positiv aus wie lange nicht, denn die Zahl der Straftaten ist auf einem Rekordtief. Doch der Schein trügt – ausgerechnet dort, wo man sich am sichersten fühlte, steigen die Risiken.

Positive Bilanz mit Schattenseiten: Wo die Kriminalität in Karlsruhe zurückgeht – und wo nicht

Es sind tolle Nachrichten für Karlsruhe: Die Zahl der Straftaten ist im Stadt- und Landkreis auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. 38.643 Fälle registrierte die Polizei 2025 – ein Rückgang um fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Karlsruhe über dem Landestrend von minus 6,1 Prozent. Auch die Häufigkeitszahl, also Straftaten pro 100.000 Einwohner, fiel mit 5.049 auf den besten Wert seit zwei Jahrzehnten. Im Landesvergleich der 13 Polizeipräsidien belegt Karlsruhe damit Platz neun.

Doch nicht überall gibt es Grund zur Entwarnung. Denn dramatisch bleibt die anhaltend hohe Gewaltbereitschaft. Zwar sank die Zahl der Körperverletzungen leicht auf 3.710 Fälle, doch die Entwicklung gibt keinen Anlass zur Entspannung. Auseinandersetzungen eskalieren zunehmend in körperlichen Übergriffen – oft spontan, impulsiv und mitten in der Öffentlichkeit. Besonders Messer bleiben ein Problem: 189 Mal kamen sie im öffentlichen Raum zum Einsatz, die Zahl bleibt auf konstant hohem Niveau. Die Stadt reagierte bereits mit Messerverbotszonen am Schlossplatz und in der Amalienstraße.

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Ein starkes Plus gibt es bei Wohnungseinbrüchen: 600 Fälle bedeuten einen Anstieg um elf Prozent – der höchste Stand seit 2017. In der Hälfte der Fälle blieb es immerhin beim Versuch. Die Täter gehen häufig in Banden organisiert vor und stammen oft aus Ost- oder Südosteuropa.

Auch die Gewalt gegen Polizeibeamte bleibt auf einem hohen Niveau. 411 Angriffe registrierte die Polizei, 203 Kollegen wurden verletzt. Die Übergriffe ereignen sich nicht nur bei Zwangsmaßnahmen, sondern zunehmend bei alltäglichen Einsätzen wie Verkehrskontrollen oder häuslichen Streitigkeiten.

Immerhin: Sexualdelikte gingen leicht auf 946 Fälle zurück, häusliche Gewalt sank um acht Prozent auf 1.087 Fälle – wobei acht von zehn Opfern weiblich waren. Die Rauschgiftkriminalität sank zum fünften Mal in Folge, was vor allem der Teillegalisierung von Cannabis geschuldet ist. Elf Menschen starben an den Folgen ihres Drogenkonsums.

(Quellen: Polizeipräsidium Karlsruhe, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025)