Trockenheit und Schädlinge setzen Karlsruher Wäldern weiterhin zu

Symbolbild © WaldsterbenHuhulenikwikipedia.org

Das Jahr 2020 war das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und es war zudem das dritte Jahr in Folge mit ausgeprägter Frühjahrstrockenheit.

Die Auswirkungen auf die Wälder im Landkreis Karlsruhe wurden im Ausschuss für Umwelt und Technik am 29. April geschildert, der coronabedingt in der Sporthalle der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee stattfand..

„Trockenheit, Stürme und Schädlinge machen den heimischen Wäldern und der Forstverwaltung weiterhin massiv zu schaffen“, berichtete Forstamtsleiter Martin Moosmayer. Ein Beleg dafür sind die über 150.000 Festmeter Schadholz infolge mehrerer Ereignisse: „Das Sturmtief „Sabine“ im Februar 2020, die Borkenkäferschäden an Fichte und Tanne in den Schwarzwaldlagen, ausgeprägte Dürreschäden an der Buche, Diplodia-Pilzschäden und Folgeschädlinge an der Kiefer und ein Fortschreiten des Eschentriebsterbens haben dazu geführt, dass der Negativrekord des Jahres 2019 mit rund 140.000 Festmeter Schadholz nochmal übertroffen wurde“, informierte er die Gremienmitglieder.

Lesen Sie auch
Baustelle: Hier fahren keine Busse in Karlsruhe für mehrere Wochen

Das Forstamt beziffert die Schadfläche mit 2.500 Hektar, die überwiegend durch Naturverjüngung, aber auch durch gezielte Pflanzungen wiederbewaldet werden soll. Neben einheimischen Baumarten wie der Eiche setzt die Forstverwaltung verstärkt auf Baumarten wie Douglasie, Elsbeere, Spitzahorn, Kirsche, Nüsse oder Speierling, die mit Wärme und Trockenheit infolge des Klimawandels besser klarkommen. „Wir befinden uns mitten in der Phase des Waldumbaus“, machte Forstamtsleiter Martin Moosmayer deutlich.

Er führte weiter aus, dass sich die Forstverwaltung in einem Spannungsfeld verschiedener Erwartungen bewege: Die Bevölkerung habe den Wald zur Erholung so stark genutzt wie noch nie. Daneben haben notwendige Verkehrssicherungsmaßnahmen im Wald ebenfalls ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht. Dies führt häufig zu Konflikten, da vielerorts das Verständnis für Gefahren im Wald, sensible Waldbereiche oder Hiebs- und Sperrungsmaßnahmen außerordentlich gering ist. Das Forstamt setzt daher verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit und sucht den Dialog zu Naturschutzverbänden und waldbezogenen Bürgerinitiativen.

Lesen Sie auch
Anklagen-Explosion in Karlsruhe wegen Merkels Bundes-Notbremse

Der besorgniserregende Waldzustand hat auch einen wirtschaftlichen Aspekt: Aufgrund der niedrigen Erlöse für Schadholz, der weiterhin angespannten Situation auf den Holzmärkten und die hohen Investitionen in die Waldkulturen mit Maßnahmen zur Naturverjüngung und zum Schutz vor Rehwildverbiss schreiben inzwischen alle Waldhaushalte der Städte und Gemeinden rote Zahlen. Fördermittel des Bundes und des Landes Baden-Württemberg federn die finanziellen Einbußen nur teilweise ab.