Trotz leerer Kasse: Karlsruhe investiert 165.000 Euro in Innenstadt

Zwei Straßenbahnen des ÖPNV fahren durch die Karlsruher Innenstadt. Passanten laufen auf den Straßen, sie gehen einkaufen und bummeln durch die Läden und Restaurants.
Symbolbild © imago/Ralph Peters

Trotz leerer Kasse: Karlsruhe investiert weiter in die Innenstadt. Mit 165.000 Euro und einem neuen Team soll die City nach dem Aus der Bundesförderung jetzt aus eigener Kraft belebt werden.

Weil die Karlsruher Innenstadt massiv unter Druck steht, investiert die Fächerstadt trotz Sparkurs erneut Geld in ihre Belebung – mit 165.000 Euro und einem neuen Team, das die Quartiere stärken soll.

Stadt nimmt Geld in die Hand: Quartiere im Fokus

In der Karlsruher Innenstadt hat sich einiges verändert. Rund um die Kaiserstraße sind etliche Geschäfte verschwunden, hinzu kommen zahlreiche Baustellen. Viele Händler klagen über fehlende Laufkundschaft, hohe Mieten und das veränderte Einkaufsverhalten der Menschen. Drei Jahre lang half ein Förderprojekt des Bundes mit rund vier Millionen Euro, gegenzusteuern. Im August 2025 endete diese Unterstützung jedoch. Seither muss die Stadt eigene Wege finden – ausgerechnet jetzt, wo die Kassenlage mehr als angespannt ist.

Doch Oberbürgermeister Frank Mentrup will die Innenstadt nicht sich selbst überlassen. 165.000 Euro stellt die Stadt bereit, um die Arbeit in den Quartieren fortzusetzen. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt: Wer die einzelnen Viertel gezielt fördert, schafft Aufenthaltsqualität und die lockt Menschen an, nicht nur zum Shoppen, sondern zum Verweilen. Erfolge gab es bereits: Zwei neue Quartiersvereine sind entstanden, sieben Leerstände konnten vorübergehend gefüllt werden. Vier davon laufen inzwischen auf eigenen Beinen.

Lesen Sie auch
Großbrand am Karlsruher Rheinhafen sorgt für Millionenschaden

Teamwork für die Innenstadt: Erfolge, die sich sehen lassen können

Statt eines einzelnen Innenstadtmanagers setzt Karlsruhe nun auf ein Team. Drei Fachleute kümmern sich künftig gemeinsam: Andreas Mangold vom Amt für Stadtentwicklung ist für die Quartiere zuständig, Alexander Zug von der Wirtschaftsförderung betreut Gewerbetreibende und Immobilienbesitzer, Dennis Fischer von der Karlsruhe Marketing und Event GmbH bringt sich bei Marketing und Veranstaltungen ein.

Seit August 2025 ist die Stadt ohne Bundesgeld auf sich allein gestellt. Die eigentliche Bewährungsprobe für die Karlsruher Innenstadt beginnt erst jetzt. Doch ob die City langfristig gewinnt, liegt künftig vor allem am Einsatz der Stadt und am Zusammenhalt der Händler.

Der Grundstein ist zumindest gelegt. Mit dem neuen Team, frischem Geld und engagierten Quartiersvereinen ist Karlsruhe bereit für die nächste Runde. Die Innenstadt bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe – und die Stadt zeigt, dass sie trotz Sparkurs zu ihr steht.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Gemeinderat Karlsruhe, dpa)