
Sie sind endlich wieder da. Doch die Überraschung im Karlsruher Zoo zeigt auch: Das, was die beiden mitbringen, deutet auf eine Veränderung hin, die kaum jemand erwartet hätte.
Heimkehr mit Twist: Langzeitbewohner sind wieder angekommen. Aber die Überraschung im Karlsruher Zoo erzählt auch von einer unerwarteten Wendung, die alles verändert.
Von Afrika zurück nach Karlsruhe: Mildere Winter ändern alles
Sie sind zurück: Die beiden Weißstörche des Karlsruher Zoos haben nach ihrer monatelangen Reise ins wärmere Afrika endlich wieder ihre Heimat erreicht. Mit ihren charakteristischen roten Schnäbeln und Beinen nehmen sie erneut Platz auf ihrem angestammten Nest auf dem Dach der Zooverwaltung ein. Für Besucher und Zoomitarbeiter gleichermaßen ist ihre Rückkehr ein Grund zur Freude. Doch die Geschichte dieser beiden Störche ist Teil eines größeren, faszinierenden Phänomens. Während traditionell Weißstörche von Deutschland aus in nordafrikanische Länder ziehen, hat sich dieses Verhalten in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Immer mehr Störche fliegen nicht mehr bis nach Afrika oder bleiben sogar komplett in Deutschland. Es ist natürlich der Klimawandel, der diesen Umbruch vorantreibt.
Der Grund dafür liegt auf der Hand. Denn das Nahrungsangebot entscheidet darüber, ob Störche in den Süden fliegen. Mit milderen Wintern finden die großen Vögel auch in Deutschland ausreichend Futter. Mäuse, Würmer und andere Kleintiere bleiben verfügbar. Für die Störche bringt das gleich mehrere entscheidende Vorteile. Sie sparen sich den kräftezehrenden Flug und erreichen ihre Brutgebiete schneller im Frühling, um sich die besten Nistplätze zu sichern. Besonders auf der westlichen Zugroute zeigt sich dieser Trend deutlich. Immer mehr Weißstörche halten in Spanien und Portugal an, statt das ganze Stück bis zum afrikanischen Kontinent zu fliegen. Die dortige Verfügbarkeit von Nahrung – etwa an Mülldeponien – macht die lange Reise vielen Tieren schlicht überflüssig.
Klingt erst einmal merkwürdig: Sie sind die Gewinner des Klimawandels
Damit gehört der Weißstorch zu den wenigen Tierarten, die vom Klimawandel profitieren. Der Bestand in Westeuropa ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen – 1988 gab es in Deutschland noch rund 3.000 Brutpaare, heute sind es etwa 12.000.
Für den Karlsruher Zoo und seine Besucher bedeutet das: Die Chancen stehen gut, dass die beiden weißen Gesellen künftig öfter und länger zu sehen sind. Ein kleiner, aber bemerkenswerter Silberstreif am Horizont des Klimawandels.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Zoo Karlsruhe)














