
Erneut hat es in Karlsruhe gekracht, und wieder waren eine S-Bahn und ein Auto in die gefährliche Kollision verwickelt – ausgelöst durch eine übersehene rote Ampel.
Am ersten Weihnachtsfeiertag führte ein Sekundenbruchteil der Unaufmerksamkeit zu einem Unfall. Dass eine S-Bahn und ein Auto zusammenstoßen, wiederholt sich in Karlsruhe immer wieder.
Alarmierende Statistik: Baden-Württembergs Straßenbahnen in Dauerkollision
Vorgestern, am ersten Weihnachtsfeiertag, fiel das Fest einer Autofahrerin ins Wasser. Ein kurzer Blick aufs Handy, ein Gedanke woanders, und schon prallt das eigene Auto mit voller Wucht gegen die Bahn. So oder so ähnlich muss es gewesen sein. Denn eine rote Ampel hat die Frau schlicht übersehen.
Was in Karlsruhe zwischen S-Bahn und Auto passierte, ist leider kein Einzelfall. Im Gegenteil: Die Zahlen sind erschreckend. Im Schnitt sind Straßenbahnen in Baden-Württemberg weit über 400 Mal pro Jahr in größere Unfälle verwickelt. Allein 2024 registrierte das Innenministerium 476 Vorfälle mit Personen- oder Sachschaden – der höchste Wert seit zehn Jahren. Die Bilanz dahinter ist besonders bitter: Bei etwa der Hälfte aller Unfälle werden Menschen verletzt. Im vergangenen Jahr waren es 301 Leichtverletzte, 45 Schwerverletzte und 7 Tote. Auch dieses Jahr gab es bereits tragische Zwischenfälle, darunter eine tödliche Kollision mit einem Tanklastwagen im Landkreis Karlsruhe.
Ständig kommt es zu Verletzten – dennoch gilt die S-Bahn als sicher
Auf der anderen Seite betonen die Verkehrsbetriebe, dass Straßenbahnen statistisch betrachtet zu den sichersten Verkehrsmitteln zählen. Denn das Risiko, in Bus und Bahn tödlich zu verunglücken, sei 25 Mal geringer als mit Auto oder Motorrad. Der Anteil von Straßenbahnunfällen an allen Unfällen im Land betrage nur rund 0,15 Prozent.
Dennoch hat es am 25. Dezember um 13:30 Uhr in Hagsfeld gekracht. Das Auto kollidierte sogar frontal mit der Straßenbahn. Die Frau wurde bei dem Aufprall zwar leicht verletzt, kam aber glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Doch die Folgen des Unfalls reichten weit über die Unfallstelle hinaus. Der gesamte Bahnverkehr musste gestoppt werden. Rettungskräfte und Polizei sperrten die Gleise, bis die beschädigten Fahrzeuge geborgen und die Unfallspuren beseitigt waren.
Ein Appell an alle Verkehrsteilnehmer: Rücksicht und Aufmerksamkeit sind gefordert
Der Vorfall in Hagsfeld ist eine Mahnung an uns alle. Eine Straßenbahn kann nicht ausweichen, denn sie braucht bis zu 40 Meter, um bei voller Fahrt zum Stehen zu kommen. Jede Ablenkung am Steuer, jeder gedankenlose Schritt auf die Gleise kann somit tödlich enden. Aufmerksamkeit und Rücksicht sind das Motto. Denn die nächste Bahn kommt bestimmt – und sie hat immer Vorfahrt.
(Quellen: Angaben der Polizei Karlsruhe, Einsatzberichte)














