
Was lange Zeit verborgen blieb, entwickelt sich in der Region rund um Karlsruhe zu einem der größten Umweltprobleme der letzten Jahre. Die Belastung des Grundwassers breitet sich immer weiter aus und beschäftigt inzwischen auch die Gerichte.
Der Auslöser der Kontamination liegt Jahre zurück, doch die Folgen sind bis heute spürbar. In der Region Mittelbaden wurden über einen längeren Zeitraum hinweg Papierschlämme, die mit PFAS belastet waren, auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht. Der Umweltskandal hat der Region Karlsruhe neben dem verseuchten Grundwasser mehrere Millionen Schaden eingebracht.
Umweltskandal in der Region Karlsruhe beschäftigt die Gerichte
Die gefährlichen Stoffe gelangten über den Boden ins Grundwasser – genau dorthin, wo Trinkwasser gewonnen wird. Die Auswirkungen sind massiv. Mehrere Brunnen und Wasserwerke in der Region sind betroffen. In Rastatt musste ein Wasserwerk sogar komplett stillgelegt werden, während andere Anlagen aufwendig nachgerüstet wurden. Die Stadtwerke installierten teure Aktivkohlefilter, um die Schadstoffe aus dem Wasser entfernen zu können.
Die Kosten dafür gehen in die Millionen. Allein die Stadtwerke Rastatt sprechen von einem durch die Verunreinigung entstandenen Schaden von rund 6,5 Millionen Euro, mit steigender Tendenz. Gleichzeitig wirkt sich die Belastung direkt auf die Verbraucher aus, beispielsweise durch steigende Wasserpreise und langfristige Investitionen in die Infrastruktur.
Komposthersteller steht vor Gericht: Es geht um Millionen
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun ein Komposthersteller aus der Region. Gegen ihn läuft ein umfangreicher Rechtsstreit. Die Stadtwerke fordern Schadensersatz in Millionenhöhe, da sie den Betrieb als möglichen Verursacher sehen. Der Vorwurf steht im Raum, dass der Angeklagte belastete Schlämme mit Kompost vermischt auf die Felder ausgebracht haben soll.
Der Fall ist juristisch komplex. Es geht nicht nur um die Frage, ob genau dieser Betrieb verantwortlich ist, sondern auch darum, wer für die langfristigen Folgen aufkommen muss. Denn PFAS gelten als extrem langlebig und bauen sich in der Umwelt kaum ab. Einmal im Grundwasser angekommen, bleiben sie über Jahre oder sogar Jahrzehnte nachweisbar. Die Dimension des Problems reicht weit über einzelne Orte hinaus. Untersuchungen zeigen, dass sich die belasteten Flächen wie ein Flickenteppich durch Teile von Mittelbaden ziehen – von Rastatt bis in angrenzende Gebiete.
(Quellen: Stadtwerke Rastatt, dpa)














