Viel zu viel Müll: Altkleider-Container verschwinden aus Karlsruhe

Umweltverschmutzung durch Textilien. Altkleider-Container in der Stadt sind völlig überfüllt. Die alten Anziehsachen vermüllen die Straßen, ein typisches Wohlstandsproblem. Aus diesem Grund sollen die Container aus Karlsruhe verschwinden.
Symobilbild © imago/Norbert Schmidt

Ein Drama um Müll, und Geld führt dazu, dass die bekannten Altkleider-Container immer seltener werden und verschwinden. Das Problem reicht dabei leider weit über Karlsruhe hinaus.

Viele fragen sich, wohin sie ihre alte Jeans oder alten Pullover bringen sollen. Denn mittlerweile verschwinden immer mehr Altkleider-Container, weil diese einfach als wilde Müllkippen missbraucht werden.

Von Dreistigkeit und Müllbergen: Der Kreislauf bricht zusammen

Immer öfter bleiben die rot-weißen Sammelbehälter in der Region Karlsruhe leer oder werden gleich ganz abgebaut. Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz ziehen sich daher nach und nach aus der Altkleidersammlung zurück. Eine fatale Mischung aus wirtschaftlichem Druck und einem wachsenden Müllproblem macht das einst lukrative Engagement untragbar.

In Pfinztal und Eggenstein-Leopoldshafen baut man aktuell die letzten DRK-Container ab. Die Gründe sind ähnlich wie überall: Die Einnahmen aus dem Verkauf der Kleidung sind eingebrochen, während der Aufwand explodiert. Statt spendabler Secondhand-Ware landet zunehmend Unrat wie verdorbene Textilien, Bauschutt oder Elektroschrott in den Behältern. Diese Vermüllung verursacht hohe Entsorgungskosten und schadet dem Image der Hilfsvereine, weshalb jetzt auch immer mehr Altkleider-Container aus den Städten verschwinden. Was für den Spender bequem ist, wird für die Vereine zu einer teuren Entsorgungsfalle.

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Das Dilemma für Bürger: Sie wissen nicht, wohin mit der noch guten Kleidung

Die Krise ist längst kein lokales Phänomen. Von Freiburg über Stuttgart bis hin nach Kassel melden soziale Träger dieselben Probleme. Die kirchliche „Aktion Hoffnung“ in Stuttgart bangt wegen der desaströsen Marktlage sogar um ihre Existenz. In Nordrhein-Westfalen müssen kommunale Bauhöfe einspringen und entsorgen Kleiderberge, zwischen denen Hundekotbeutel und Glas liegen, direkt in den Restmüll. Besonders dreist: Mancher wirft seinen Unrat erst ab, wenn er das Aufräumteam vor Ort sieht – einfach ein paar Meter weiter.

Für die Bürger wird die Entsorgung gut erhaltener Kleidung immer schwieriger, zumal eine neue EU-Verordnung genau diese seit diesem Jahr im Hausmüll verbietet. Die Organisationen hoffen auf politische Lösungen und Kooperationen mit Kommunen. Doch solange der Müllberg an den Containerstandorten wächst, ist ein Ende des Containersterbens nicht in Sicht.

(Quellen: Deutsches Rotes Kreuz, Stadt Karlsruhe)