Wahrzeichen wackelt: Karlsruher Turmbergbahn steht vor dem Aus

In einer malerischen Landschaftsszene schlängelt sich Deutschlands älteste noch betriebene Standseilbahn auf den Gleisen bergauf, um Fahrgäste zu transportieren. Die Turmbergbahn soll für immense Kosten erneuert werden.
Symbolbild © imago/Harald Dostal

Seit fast einem Jahr steht die Karlsruher Turmbergbahn still – und das Aus für das historische Wahrzeichen wird immer wahrscheinlicher. Die Rettung verzögert sich weiter, denn eine entscheidende Förderzusage fehlt.

Die Karlsruher Turmbergbahn kämpft um ihre Zukunft – ohne die langersehnte Förderung des Landes wäre es das Aus für das ikonische Verkehrsmittel.

Fördermittel in weiter Ferne: Zusage des Landes lässt auf sich warten

Seit Monaten herrscht gähnende Leere an der Talstation der Karlsruher Turmbergbahn. Wo früher Ausflügler auf die älteste Standseilbahn Deutschlands warteten, herrscht aktuell Stillstand. Die letzte Fahrt der historischen Bahn liegt bereits fast ein Jahr zurück – und ein Neubau ist weiter nicht in Sicht.

Eigentlich sollte längst gebaut werden. Der Karlsruher Gemeinderat gab sogar schon im Februar grünes Licht für den Neubau. Doch die entscheidende Förderzusage des Landes Baden-Württemberg fehlt bis heute. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe stellten den Antrag über 16 Millionen Euro – die Hälfte der veranschlagten Baukosten – schon im Oktober 2024. Seither harren die Papiere bei den Behörden aus. Und das Aus der Karlsruher Turmbergbahn wird somit immer wahrscheinlicher. Oberbürgermeister Frank Mentrup warnte bereits im Sommer vor steigenden Kosten durch die Verzögerungen. Doch beim Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Verkehrsministerium stockt die Prüfung.

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Historisches Erbe in Gefahr: Von der Wasserballast-Bahn zur Moderne

Die Karlsruher Turmbergbahn blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit 1888 transportierte die Bahn Generationen von Ausflüglern auf den 256 Meter hohen Hausberg. Ursprünglich mit Wasserballast betrieben, erfolgte 1966 die Umstellung auf elektrischen Antrieb. Die letzte große Erneuerung der Technik liegt bereits 20 Jahre zurück. Nun wollte man die Bahn nicht nur modernisieren, sondern bis zur Bundesstraße verlängern und barrierefrei ausbauen. Auch eine Integration in den Karlsruher Verkehrsverbund ist eigentlich geplant. Doch diese Pläne drohen bedauerlicherweise am bürokratischen Aufwand zu scheitern.

Das Regierungspräsidium begründet die Verzögerung mit besonderen Herausforderungen. Für Standseilbahnen müssten erst spezielle Berechnungsvorschriften entwickelt werden. Zusätzlich erschwere die geplante Ausschreibung als Gesamtsystem – inklusive Fahrzeugen und Technik – die Prüfung. Das Verfahren sei zwar aufwendig, stelle aber sicher, dass nur „baufachtechnisch einwandfreie und volkswirtschaftlich sinnvolle“ Projekte Fördermittel erhielten. Für die Karlsruher Turmbergbahn bedeutet dies nur eins: weiteres Warten. Wann das Wahrzeichen wieder Gäste auf den Turmberg bringen kann, weiß derzeit niemand.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Verkehrsbetriebe, Karlsruhe)