Wegen Stromleitung: Karlsruher müssen Tausende Euro bezahlen

Ein Bild von einem Strommast mit oberirdischer Stromleitungen am Abend während eines Sonnenuntergangs. Stromleitungen vor dem bunten Himmel und der Kulisse einer Stadt. Wegen bestimmten Stromleitungen zahlen Karlsruher jetzt drauf.
Symbolbild © istockphoto/Mny-Jhee

Für etliche Karlsruher bedeutet die Modernisierung der Stromleitung vor ihrer Haustür eine Rechnung von Tausenden Euro. Die Antwort, die die Stadtwerke dazu parat haben, überrascht.

Eine unsichtbare Stromleitung wird für viele Karlsruher bald sehr teuer – und könnte sie Tausende Euro kosten. Die Bürger ärgern sich über die versteckten Kosten.

Energiewende – doch die unsichtbare Rechnung landet im eigenen Briefkasten

Bis 2035 will Karlsruhe sein Stromnetz komplett erneuern und alle oberirdischen Freileitungen durch Erdverkabelung ersetzen. Dieses große Projekt wird zwar durch ein millionenschweres Darlehen finanziert, doch ein Teil der Kosten landet bei den Hauseigentümern. Die Stadtwerke tragen die Ausgaben für die Arbeiten im öffentlichen Raum bis zur Grundstücksgrenze. Ab der Kellerwand jedoch müssen die Eigentümer selbst einen Elektrofachbetrieb bezahlen, der den Hausanschluss an die neue Leitung anschließt. Diese Arbeiten an der Stromleitung sind der Grund für die unerwarteten Kosten in oft vierstelliger Höhe – Karlsruher zahlen somit Tausende Euro.

Betroffen sind dabei vor allem die äußeren Stadtteile wie Durlach, Neureut oder Grötzingen, wo noch viele Kilometer der alten Leitungen aus den 1950er und 60er Jahren durch die Straßen führen. Die Stadtwerke begründen den teuren Umbau nicht nur mit der maroden Infrastruktur, sondern auch mit den Anforderungen der Energiewende. Ein modernes, digital gesteuertes Erdnetz sei unverzichtbar, um die stetig wachsende Zahl an Wärmepumpen und Elektroauto-Ladepunkten zuverlässig mit Strom zu versorgen.

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Vom Mast in die Erde – und von der Stadt in die eigene Tasche

Der flächendeckende Umbau ist notwendig, weil das bestehende Netz aus der Wirtschaftswunderzeit stammt und den Anforderungen der Zukunft nicht mehr gewachsen ist. Die neue, unterirdische Infrastruktur soll stabiler sein und die wachsende Last durch Wärmepumpen und Elektroautos zuverlässig tragen.

Um Belastungen für die Bürger zu mindern, werden die Bauarbeiten möglichst mit anderen Projekten wie dem Glasfaserausbau gebündelt. Für die betroffenen Hausbesitzer bleibt die Modernisierung damit eine zwiespältige Sache. Sie bringt ein moderneres, sichereres Netz, aber auch eine direkte finanzielle Belastung.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Weingarten, Elektroausbau)