Wohnungsnot in Karlsruhe – jetzt sollen Häuser nach oben wachsen

Man sieht das dreieckige Verkehrsschild "Achtung Baustelle" mit dem roten Rand. Es steht vor einem Bauzaun, dahinter finden Bauarbeiten an einem neuen Gebäude statt. Auf eine wichtige Bahnstrecke kommt jetzt eine XL-Baustelle.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Die Wohnungsnot in Karlsruhe sorgt bei vielen Suchenden für Frust. Absagen, lange Suchzeiten und hohe Mieten prägen die Stimmung. Deshalb sind kreative Lösungen gefragt, um mehr Wohnraum zu schaffen. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch nicht ganz so leicht.

Wer ein neues Zuhause sucht, muss sich durch den angespannten Markt schlagen. Viele Mietwohnungen sind kaum bezahlbar ‒ oder sie fehlen schlichtweg, wie etwa in der Fächerstadt.

Millionen Wohnungen fehlen in Deutschland

In Deutschland herrscht nach wie vor eine besorgniserregende Wohnungsnot. Millionen Unterkünfte fehlen. Zwar gibt es zugleich einen Leerstand in Millionhöhe, doch oftmals handelt es sich hierbei um sanierungsbedürftige Gebäude oder Wohnungen, die in strukturell schwachen Gegenden liegen. Ob in Berlin, München oder Hamburg: Gerade in Metropolen sind Wohnungen begehrt und entsprechend teuer. Insgesamt sind die Mieten in den vergangenen Jahren stetig angestiegen, was die Suche nach einem bezahlbaren Zuhause für viele Menschen erschwert.

Auch in Karlsruhe herrscht Wohnungsnot

In Karlsruhe herrscht ebenfalls ein Mangel an Wohnraum. Zudem kommen auch hier hohe Preise für Mieter hinzu: Die Kosten fallen im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt deutlich höher aus. „Neue Wohnungen sind leider kaum noch bezahlbar“, schreibt ein Instagram-Nutzer unter einer Meldung zur aktuellen Situation in der Fächerstadt. „Wo soll das Geld fürs Bauen herkommen?“, fragt eine andere Person in der Kommentarspalte. In Karlsruhe beläuft sich die Zahl der fehlenden Wohnungen aktuell auf über 5.000. Bis 2035 wird sich das Defizit nach Angaben der Stadt verdoppeln, wobei ältere Prognosen gar von 14.000 fehlenden Wohnungen bis 2035 ausgehen.

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Damit mehr Wohnraum ohne bürokratische Hürden entstehen kann, gibt es inzwischen den sogenannten „Bauturbo“ (§ 216a BauGB). Dieser soll es Gemeinden in Deutschland ermöglichen, geplante Wohnungsbauprojekte unkomplizierter und somit schneller zu erlauben. In Karlsruhe will man insbesondere bestehende Gebäude aufstocken ‒ also zusätzliche Stockwerke auf einstöckigen Gebäuden bauen, um mehr Wohnraum zu erschaffen. Somit müsste man auch weniger Grünflächen dafür nutzen. Die Herausforderung: Viele potenziell bebaubare Flächen sind im Besitz von Privateigentümern, was den Aufwand offenbar um einiges erschwert. So müssen Eigentümer zum Beispiel entsprechend fachlich begleitet und aufgeklärt werden. Eine Bilanz zum Bauturbo will Karlsruhe Ende 2026 ziehen.

(Quellen: Stadt Karlsruhe, Gemeinderat Karlsruhe)