
Ein lange gehegter Wunsch geht endlich in Erfüllung. An mehreren Karlsruher Schulen wird nun etwas umgesetzt, das seit Langem von vielen gewünscht wurde und für spürbare Veränderungen sorgt.
Der Wunsch vieler Schülerinnen und Studentinnen geht jetzt in Erfüllung. In Karlsruher Einrichtungen tritt eine neue Regelung in Kraft, die schon längst überfällig war.
Von Karlsruhe in die Region: Unterschiedliche Wege zu kostenlosen Produkten
Seit Juli 2025 gibt es am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der Hochschule Karlsruhe kostenlose Tampons und Binden. In mehreren Toiletten hat man dafür Spender aufgestellt – finanziert zunächst vom AStA, inzwischen vom Studierendenwerk Karlsruhe. Damit reagiert man auf den lange geäußerten Wunsch nach frei zugänglichen Periodenprodukten. Bisher hatten Fachschaften die Toiletten ehrenamtlich mit Hygieneartikeln bestückt, doch inzwischen gibt es ein festes Budget.
Während die Hochschulen feste Spender anbieten, ist die Lage an allgemeinbildenden Schulen sehr unterschiedlich. An der Albert-Schweitzer-Schule erhalten Schülerinnen Binden im Sekretariat. An der Pestalozzi-Gemeinschaftsschule werden Tampons und Binden über die Lehrer ausgegeben, finanziert durch Spenden. Offener ist der Zugang an der Geschwister-Scholl-Realschule in Pfinztal: Dort stehen Körbchen mit Hygieneartikeln in den Waschräumen, Nachschub kommt von einer dm-Filiale und einem Schülerteam. Ein Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg lief 2022/23, auch Karlsruhe war beteiligt. Das Fazit fiel positiv aus, doch eine dauerhafte Finanzierung steht noch aus. Viele Schulen fordern Unterstützung durch das Land.
Deutschlandweit und innovativ: Neue Ideen für den einfachen Zugang
Auch andernorts wächst das Angebot. In Niedersachsen stellen Städte wie Göttingen, Hannover oder Osnabrück Tampons und Binden an Schulen bereit, ebenso Universitäten in Lüneburg, Osnabrück, Vechta und Oldenburg. Die Kosten tragen allerdings die Kommunen, Göttingen gibt jährlich rund 700 Euro dafür aus. Zugleich kam es zu Problemen: In Osnabrück wurden mehrere Spender wegen Vandalismus wieder abgeschafft. Laut einer Umfrage von Plan International empfindet jede dritte Frau zwischen 16 und 24 Jahren die Kosten für Periodenprodukte als Belastung. Zwar sank 2020 die Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent, doch viele halten das für unzureichend.
Ein neues Modell verfolgt das Münchner Start-up LYFE.ads. In Cafés, Clubs oder Fitnessstudios hängen Boxen mit gratis Tampons, finanziert über Werbung. Jede Ausgabe unterstützt zusätzlich soziale Projekte. Ziel ist es, Periodenprodukte so selbstverständlich zu machen wie Seife oder Toilettenpapier.
Ob an Schulen, Unis oder in Start-up-Projekten – kostenlose Tampons und Binden werden immer häufiger. Es bleibt jedoch weiterhin wichtig, darüber zu sprechen und Lösungen zu unterstützen. Jede kleine Veränderung hilft.














