Zu gefährlich: Notärzte rücken aus wegen Karlsruher Rodelspaß

Es herrscht Frost in der Nacht, die Straßen sind glatt, und es liegt Schnee. Ein Einsatzwagen von der Feuerwehr fährt mit Blaulicht zum Einsatzort.
Symbolbild © imago/ Hanno Bode

Gefährlich eisig: In Karlsruhe wird der beliebte Rodelspaß zum Risiko – und zwingt am Ende sogar Notärzte zum Einsatz. Die Menschen sind auf zu dünnem Eis unterwegs.

Der scheinbar idyllische Rodelspaß in Karlsruhe hat eine dunkle Seite. Denn was als harmloser Winter-Rodelspaß in der Günther-Klotz-Anlage begann, entpuppte sich als so gefährlich, dass sogar Notärzte ausrücken mussten.

Eisige Idylle: Hunderte stürmen die Hänge – Schlittenspuren enden am Bahnzaun

Das Winterwetter lockte am Feiertag Hunderte Karlsruher in die Günther-Klotz-Anlage. Doch was von Weitem wie ein romantisches Winterbild wirkte, war bei näherem Hinsehen ein riskantes Vergnügen. Auf den Hügeln des „Mount Klotz“ rodelten Kinder und Erwachsene auf Schlitten und Bobs. Dies geschah jedoch nicht auf Schnee, sondern auf hartem, gefrorenem Gras. Die dünne Schneedecke und der eisige Untergrund ließen die Gefährte viel zu hohe Geschwindigkeiten erreichen und schwer kontrollierbar werden. Der gefährliche Rodelspaß forderte schon bald Notärzte.

Denn die Situation spitzte sich bis zum Nachmittag zu. Die Pisten waren abgefahren und grün, doch der Ansturm riss nicht ab. Rasant ging es die Hänge hinab, wobei viele Rodler kreuzende Fußwege einfach ohne Rücksicht überquerten. Besonders riskant: An der Ostseite des Hügels nutzten viele eine Piste, deren Spuren direkt am Metallzaun vor der Bahnlinie enden. Somit gab es hier keine Auslauffläche. Am Mittag war es dann so weit: Es kam zu einem Zwischenfall, der einen Notarzteinsatz nach sich zog. Nach Angaben der Integrierten Leitstelle Karlsruhe wurde jedoch niemand schwer verletzt. Der Vorfall sei somit weniger dramatisch gewesen als zunächst befürchtet.

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Lebensgefahr: Stadt warnt eindringlich

Während die Hänge voll waren, zog es andere auf die zugefrorene Fläche des Ruderbootsees – trotz eindeutiger Verbote. An allen vier Ecken des Sees stehen Schilder, die das Betreten der Eisfläche untersagen. Die Stadt Karlsruhe stellt klar: Das Eislaufen auf den Seen der Anlage ist in diesem Winter grundsätzlich nicht freigegeben. Der obere Ruderbootsee ist aufgrund seiner großen Wassertiefe sogar dauerhaft und ausnahmslos gesperrt, weil ein Eisbruch hier lebensgefährlich enden würde. Der untere Modellbootsee führt wegen Sanierungsarbeiten kaum Wasser und kommt ebenfalls nicht infrage. Das Gartenbauamt appelliert eindringlich, das Betreten zu unterlassen und Kinder unbedingt zu beaufsichtigen.

Trotz der Warnungen und eines Polizeifahrzeugs, das den See umkreiste, hielten sich am Nachmittag weiter zahlreiche Menschen auf dem Eis auf. Der winterliche Ausflug in den Park offenbarte so ein gefährliches Doppelgesicht: viel Freude, aber auch blankes Risiko, das in Karlsruhe an diesem Tag beinahe schwerwiegende Folgen gehabt hätte.

(Quellen: Günther-Klotz-Anlage, Polizeiticker Karlsruhe)