10.000 Liter Löschwasser: E-Auto-Brände machen große Probleme

Ein abgebrannter, mit E-Autos beladener Autotransporter. Neben dem Transporter steht ein Feuerwehrmann, der versucht, die Autos mit Wasser zu löschen.
Symbolbild © imago/MedienServiceMüller

Bei Bränden von Elektroautos kann der Löschaufwand enorm sein. In manchen Fällen sind bis zu 10.000 Liter Löschwasser nötig, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

E-Autos stehen unter Brandverdacht – doch die Wahrheit ist komplizierter. Warum im Ernstfall bis zu 10.000 Liter Löschwasser nötig sind, zeigt ein Blick hinter die Kulissen.

Wenn die Batterie zur Hitzefalle wird

Elektroautos boomen – und mit ihnen ein hartnäckiger Mythos: Sie sollen besonders leicht in Flammen aufgehen. Doch dieses Bild hält einer nüchternen Analyse kaum stand. Das renommierte Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat klargestellt, dass E-Fahrzeuge nicht häufiger brennen als klassische Verbrenner.

Kommt es tatsächlich zu einem Brand, steckt dahinter meist ein sogenanntes thermisches Durchgehen. Dabei zündet eine überhitzte Batteriezelle die nächste – ein Dominoeffekt, der Feuerwehrleute vor eine besonders harte Aufgabe stellt. Denn moderne Lithium-Ionen-Batterien speichern enorme Energiemengen auf engstem Raum. Gute Nachrichten gibt es dennoch: Hochvoltsysteme moderner Elektroautos schalten sich bei Unfällen automatisch ab. Das bedeutet: keine Stromschlaggefahr für Ersthelfer, ein weitverbreitetes Missverständnis.

10.000 Liter Wasser und eine Nacht im Container

Während bei Benzin- oder Dieselautos oft rund 2.000 Liter Löschwasser reichen, müssen Feuerwehren bei brennenden E-Autos ganz anders auffahren. Im Extremfall sind bis zu 10.000 Liter Wasser nötig, um die Batterie dauerhaft zu kühlen – und zu verhindern, dass sie sich erneut entzündet. Ist der Brand gelöscht, beginnt die Nachsorge: Viele Feuerwehren versenken das ausgebrannte Auto in einem mit Wasser gefüllten Spezialcontainer oder decken es mit einer Löschhaube ab. Der Grund: Die Batterie kann Stunden später wieder aufflammen. Deshalb wird das Fahrzeug mindestens 24 Stunden überwacht. Auch beim Löschwasser selbst zeigen sich Unterschiede. Während bei Verbrennern vorwiegend organische Rückstände und Blei ins Wasser gelangen, enthalten E-Auto-Brände eher Lithium-, Nickel- und andere Metallrückstände.

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Doch was tun, wenn das eigene Auto brennt? Der TÜV-Verband rät zu klaren Schritten: Fahrzeug sichern, Insassen evakuieren und mindestens fünfzig Meter Abstand halten. Dann: Notruf 112 wählen und unbedingt erwähnen, ob es sich um ein E-Auto handelt. Und besonders wichtig: Nie wieder einsteigen, denn die Gefahr einer Wiederentzündung bleibt. Regelmäßige Wartung, ein wachsames Auge auf Unterboden und Batterie sowie umsichtiges Laden – am besten nicht ständig bis 100 Prozent – helfen, Risiken von vornherein zu minimieren. So bleibt das E-Auto das, was es sein soll: ein zuverlässiger Begleiter – und keine Feuerfalle.

(Quellen: Gesamtverband der Versicherer, Elektromobilität Deutschland)