
Nach neuen Erkenntnissen brennen Verbrenner weit häufiger als E-Autos – und das aus nachvollziehbaren Gründen. Moderne Technik, strenge Sicherheitsstandards und intelligente Schutzsysteme zeigen, warum Elektrofahrzeuge in puncto Brandsicherheit besser abschneiden, als viele bislang angenommen haben.
Neue Zahlen zu Fahrzeugbränden sorgen für Überraschung: Was viele über Elektroautos glauben, steht auf dem Kopf – und betrifft vor allem die Verbrenner.
Gefahr im Motorraum – aber nicht dort, wo viele sie vermuten
Ein Fahrzeugbrand entsteht selten zufällig. Meist ist er das Ergebnis einer ganzen Kette technischer Probleme: Kurzschlüsse im Bordnetz, brüchige Kabelisolierungen, undichte Kraftstoffleitungen oder überhitzte Motorbereiche zählen zu den häufigsten Auslösern. Trotzdem ist das Brandrisiko insgesamt erstaunlich gering. 14.200 gemeldete Pkw-Brände im Jahr 2023 wirken zunächst viel – doch bei über 49 Millionen Fahrzeugen in Deutschland liegt die Wahrscheinlichkeit bei weniger als 0,03 Prozent. Die meisten Fälle gehen dabei auf technische Defekte zurück, nicht auf spektakuläre Unfälle.
Und nun zu dem Punkt, der Autofahrer spaltet wie kaum ein anderer: Elektroautos. Seit Jahren hält sich die Vorstellung, sie seien rollende Brandbomben. Bilder brennender Batterien geistern regelmäßig durch soziale Medien – doch die Realität sieht ganz anders aus.
61-mal häufiger: Warum vor allem Verbrenner Feuer fangen
Studien aus Deutschland und dem Ausland zeichnen ein eindeutiges Bild. Das Fraunhofer-Institut bestätigt: E-Autos brennen nicht häufiger als Verbrenner. Einige internationale Analysen gehen sogar noch weiter. Eine Auswertung des US-Versicherers Automobile Insurance zeigt, wie groß der Unterschied wirklich ist: Von 100.000 Fahrzeugen mit klassischem Motor gerieten satte 1.529 in Brand. Elektroautos? Nur 25 Fälle. Das bedeutet: Verbrenner gehen 61-mal häufiger in Flammen auf.
Der TÜV-Verband nennt klare Gründe: Die Hochvoltbatterien moderner E-Autos sitzen in besonders geschützten Bereichen, sind mit Sensoren überwacht und verfügen über intelligente Thermomanagementsysteme. Diese temperieren den Akku schon vor der Fahrt – ein entscheidender Sicherheitsvorteil. Ein geparktes E-Auto ist praktisch risikofrei, da die Batterie im Ruhezustand kaum Strom liefert. Selbst spontane Selbstentzündungen ohne äußere Einwirkung sind faktisch nicht bekannt. Kommt es zu einem Unfall, kappt das Fahrzeug innerhalb von Millisekunden die Verbindung zwischen Batterie und Bordnetz. Erst extreme Beschädigungen können überhaupt zu einem Batteriebrand führen. Und dennoch: In einer Umfrage aus 2021 glaubten 49 Prozent der Deutschen, E-Autos seien brandgefährlicher als Verbrenner.
(Quelle: statista, Bundesverkehrsministerium, dpa)














