9-Euro-Ticket feiert sein Comeback – aber mit einem Haken

Ein einfahrender ICE-Zug der Deutschen Bahn steht am Gleis in einem Bahnhof und wartet, bis Passagiere und Zugreisende einsteigen und aussteigen, damit er weiterfahren kann.
Symbolbild © imago/NurPhoto

Viele haben das 9-Euro-Ticket bis heute nicht vergessen. Seit dem Start des Deutschlandtickets wünschen sich viele Fahrgäste eine günstigere Alternative. Jetzt kommt der niedrige Preis tatsächlich zurück – allerdings nur für einen kleinen Personenkreis.

Die Stadt Dormagen hat als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen beschlossen, das Deutschlandticket für besonders engagierte Ehrenamtliche massiv zu bezuschussen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, zahlt ab Oktober nur noch neun Euro im Monat. Den Großteil der Kosten übernimmt dann die Stadt. Das reguläre Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro.

Endlich gehen die Preise runter: 9-Euro-Ticket feiert Comeback

Mit dem neuen Angebot möchte Dormagen das Ehrenamt stärken. Vereine, Hilfsorganisationen, Feuerwehren und viele weitere Einrichtungen suchen seit Jahren dringend freiwillige Helfer. Die Stadt will deshalb einen zusätzlichen Anreiz schaffen und das Engagement sichtbarer würdigen. Bereits heute profitieren Inhaber der Ehrenamtskarte NRW von verschiedenen Vergünstigungen. Künftig gehört auch das vergünstigte Deutschlandticket dazu.

Ganz ohne Bedingungen gibt es das Angebot allerdings nicht. Anspruch haben nur Menschen, die in Dormagen wohnen, sich dort ehrenamtlich engagieren und eine gültige Ehrenamtskarte NRW besitzen. Außerdem muss das Ehrenamt regelmäßig von der jeweiligen Organisation bestätigt werden. Bestimmte Gruppen, etwa Inhaber einer Jubiläumsehrenamtskarte oder Personen mit höheren Aufwandsentschädigungen, bleiben von der Förderung ausgeschlossen.

Lesen Sie auch
E-Auto-Boom wird teuer: Fahrern drohen plötzlich neue Abgaben

Nicht jeder kommt an das neue Billig-Ticket

Nach Angaben der Stadt besitzen derzeit rund 440 Menschen eine Ehrenamtskarte. Dormagen nimmt mit dem neuen Modell eine Vorreiterrolle ein. Andere Kommunen beobachten das Projekt bereits. Erste Überlegungen für ähnliche Modelle gibt es unter anderem im benachbarten Grevenbroich. Ob weitere Städte nachziehen, hängt vor allem von den finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Kommunen ab.

Für die große Mehrheit der Fahrgäste ändert sich zunächst nichts. Das Deutschlandticket bleibt bundesweit zum regulären Preis erhältlich. Die Entscheidung aus Dormagen zeigt jedoch, dass Städte eigene Wege gehen können, um bestimmte Gruppen gezielt zu entlasten. Sollte sich das Modell bewähren, könnten ähnliche Programme künftig auch an anderen Orten entstehen.

(Quellen: Stadt Dormagen, Ehrenamtskarte NRW, WDR)